Bush gerät unter Druck
Irak: Folter weiter verbreitet als bekannt

Der Skandal um die Misshandlungen an Gefangenen der US-Armee nimmt kein Ende. Militärberichten zufolge gehen die Misshandlungen und Todesfälle im Irak bis April 2003 zurück. Als Reaktion auf den öffentlichen Druck lässt Präsident Bush das umstrittene Gefängnis Abu Ghraib abreissen.

HB WASHINGTON. An Folter und Misshandlungen von Gefangenen in US-Haft im Irak und in Afghanistan sollen einem Zeitungsbericht zufolge weitaus mehr Einheiten des US-Militärs beteiligt gewesen sein als bislang bekannt.

Dies gehe aus einem US-Militärbericht vom 5. Mai zur Untersuchung von Todesfällen und Misshandlungen in US-geführten Gefängnissen hervor, berichtete die Zeitung „The New York Times“ am Mittwoch. Darin sei der Stand der Nachforschungen in 36 Fällen dokumentiert, darunter auch die Misshandlungen im berüchtigten Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad. Die Fälle aus dem Irak gingen bis April 2003 zurück.

Fotos von Misshandlungen irakischer Gefangener im Gefängnis Abu Ghraib hatten den Folter-Skandal an die Öffentlichkeit gebracht und die US-Regierung stark unter Druck gesetzt. Mittlerweile sind sieben US-Soldaten deswegen vor US-Kriegsgerichten angeklagt. US-Präsident George Bush - mit sinkender Zustimmung der US-Bürger zu seiner Irak-Politik konfrontiert - hatte in einer Rede am Dienstag angekündigt, das Gefängnis solle als Symbol eines Neuanfangs im Irak abgerissen werden. Abu Ghraib sei zu einem Symbol unwürdigen Verhaltens weniger US-Soldaten geworden. Diese hätten die Werte der USA missachtet und das Land entehrt, sagte Bush.

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