Bush gibt sich nur leicht verschnupft: US-Finanzministerium nimmt O'Neill ins Visier

Bush gibt sich nur leicht verschnupft
US-Finanzministerium nimmt O'Neill ins Visier

Das US-FInanzministerium ist gar nicht erfreut darüber, dass der geschasste Finanzminister Paul O'Neill aus dem Nähkästchen plaudert. Jetzt soll geprüft werden, ob ein Ermittlungsverfahren gegen O'Neill eingeleitet werden kann.

HB WASHINGTON. Wie ein Ministeriumssprecher am Montag vor Journalisten in Washington sagte, soll geklärt werden, ob O'Neill Geheimdokumente weitergegeben und damit gegen Vorschriften verstoßen habe. O'Neill enthüllt in einem neuen Buch, Präsident George W. Bush habe schon in den ersten Tagen seiner Amtszeit mit der Planung des Irak-Kriegs begonnen haben, nicht erst nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der vor einem Jahr nach Meinungsverschiedenheiten zurückgetretene O'Neill hatte auch gesagt, er habe während seinen zwei Jahren im Kabinett von Bush nie einen echten Beweis für die Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen gesehen. Bei einem Fernsehinterview am Sonntag wurden Dokumente gezeigt, die den Stempel „geheim“ trugen.

Bush sagte am Montag in einem ersten Kommentar, er habe die Dienste von O'Neill für „unser Land“ geschätzt. Die US-Politik habe schon vor seinem Amtsantritt einen Regimewechsel im Irak angestrebt. Die Enthüllungen von O'Neill bewiesen nicht, dass es eine frühe Entscheidung in der Bush-Regierung gegeben habe. Bereits sein Amtsvorgänger Präsident Bill Clinton habe 1998 nach der Ausweisung der UN-Waffeninspekteure eine solche Politik vertreten.

Nach Angaben von Buchautor Ron Suskind zirkulierten in der Regierung schon in den ersten drei Monaten 2001 Pläne für eine Invasion des Irak, für eine Nachkriegsära und Vorstellungen über die Zukunft des irakischen Öls. Er habe entsprechende Unterlagen von O'Neill und anderen Insidern aus dem Weißen Haus erhalten, sagte Suskind dem Fernsehsender CBS.

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