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29.12.2006 
Umfrage

Bush ist böser Bube des Jahres

Die Amerikaner haben George Bush in einer Umfrage zum größten Bösewicht des Jahres 2006 gewählt. Besonders ärgerlich für den Präsidenten: Er landet damit auf der „Bad-Guy“-Liste noch vor dem Staatsfeind Nummer Eins, Osama bin Laden. Doch das hindert Bush nicht daran, sich für die Fortschritte bei seiner neuen Irak-Strategie zu loben.

Bush will die US-Truppen im Irak aufstocken. Quelle: ReutersLupe

Bush will die US-Truppen im Irak aufstocken. Quelle: Reuters

HB WASHINGTON / CRAWFORD. Die US-Regierung macht bei der Ausarbeitung einer neuen Irak-Strategie nach Aussagen von Präsident George W. Bush gute Fortschritte. Weitere Beratungen seien aber nötig, in die auch der Kongress eingebunden werden solle, sagte Bush am Donnerstag nach einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern und Beratern auf seiner Ranch im texanischen Crawford. Einzelheiten nannte er nicht.

Die Quittung bekam Bush unterdessen von den Teilnehmern einer Umfrage. Darin haben die Amerikaner ihren Präsidenten George W. Bush zum größten Bösewicht gewählt. Für 25 Prozent der Befragten war Bush der „Bad Guy 2006“. Für weitere 13 Prozent war er gleichzeitig der Held des Jahres und hält damit auch auf dieser Listen den ersten Platz. Für die Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur AP und des Internet-Dienstes AOL News befragte das Institut Ipsos 1 004 Personen.

Auf die Frage nach dem größten Bösewicht kam Osama bin Laden auf den zweiten Platz. Danach folgten Saddam Hussein, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der nordkoreanische Staatschef Kim Il Sung und US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. In der Liste der positiv überzeugenden Helden wurden die US-Truppen im Irak am zweithäufigsten genannt. Auf den weiteren Plätzen folgten die Showmasterin Oprah Winfrey, der demokratische Senator Barack Obama, Jesus Christus, Bono, Angelina Jolie und der demokratische Politiker Al Gore.

Bush steht wegen der anhaltenden Gewalt in dem Golfstaat unter Druck, eine neue Strategie für den Irak vorzulegen. Zu den Optionen zählt der Präsident auch eine kurzfristige Aufstockung der US-Truppen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Dies ist allerdings innenpolitisch umstritten. Eine Einbindung Syriens und des Iran in die Lösung der Irak-Krise, wie von der unabhängigen Kommission um Ex-Außenminister James Baker empfohlen, lehnt die Bush-Regierung ab.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: US-Politiker fordern Truppenrückzug

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