Bush lehnt unabhängige Untersuchung weiterhin ab
US-Politiker werben für Guantanamo-Essen

Die Debatte um das Gefangenenlager Guantanamo spaltet die USA. Während Menschenrechtsgruppen und auch der frühere US-Präsident Carter die Schließung fordern, rührt die Bush-Regierung eifrig die Werbetrommel für das Camp. Dabei greifen einige republikanische Abgeordnete zu ungewöhnlichen Mitteln. Auch das US-Präsidialamt stellt sich weiter gegen eine unabhängige Untersuchung des Lagers .

co WASHINGTON. Der Republikaner Duncan Hunter versuchte bei einem Auftritt im US-Fernsehen zu verdeutlichen, wie gut zum Beispiel die Verköstigung der Gefangegen in Guantanamo sei. Dazu hielt er ein "Guantanamo-typisches Menü" aus in Zitronen gebratenem Fisch und frittiertem Huhn mit Reis, Früchten und Gemüse in die Kameras.

"Bezahlt von amerikanischen Steuerzahlern", rief Hunter anschließend ins Studiopublikum. "Sie (die Gefangenen) haben nie besser gegessen. Sie wurden nie besser behandelt", so der Politiker aus Kalifornien. "Wir schlagen sie nicht. Wir fassen sie nicht an. Wir sind immer gut mit ihnen umgegangen."

Eine ganz andere Auffassung vertritt der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. „Es muss entweder geschlossen oder aufgeräumt werden“, sagte Clinton in einem Interview der britischen Zeitung „Financial Times“. Soldaten aus den USA und Großbritannien seien einem sehr viel größeren Risiko ausgesetzt, wenn sie den Ruf hätten, Menschen zu misshandeln.

Vor Clinton hatten sich bereits andere renommierte Politiker wie der einstige US-Präsident Jimmy Carter in die Debatte eingeschaltet. Carter forderte wie Amnesty International ein Schließung des Lagers. Die Menschenrechtsorganisation hatte das Camp auf Kuba bereits vor zwei Wochen als "Gulag unserer Zeit" verschmäht.

Das US-Präsidialamt lehnte indes eine von der Opposition geforderte unabhängige Untersuchung der Haftbedingungen für die Terror-Verdächtigen auf Guantanamo ab. Sprecher Scott McClellan sagte am Dienstag in Washington, das Verteidigungsministerium ermittle bereits zu mutmaßlichen Übergriffen auf Gefangene. Wer ein Vergehen begangen habe, werde dafür belangt. „Und wir denken, dass man die Sache auch so angehen sollte“, sagte McClellan.

Die USA halten auf Guantanamo Bay nach Angaben des Pentagon etwa 520 Menschen fest, die meisten von ihnen seit gut drei Jahren. Angeklagt wurden jedoch bisher nur vier Insassen.

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