Bush sagt aus, nie Folter angeordnet zu haben
Rumsfeld hat brutale Verhörmethoden genehmigt

Dokumente aus dem Weißen Haus belegen: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat zumindest zeitweise brutale Verhörmethoden wie der Bedrohung von Gefangenen mit Hunden und Befragungen nackter Häftlinge erlaubt. Das Weiße Haus hat entsprechende Papiere veröffentlicht, um Foltervorwürfen gegen die USA zu begegnen.

HB WASHINGTON. Wie aus den am Dienstag in den USA veröffentlichten Dokumenten hervorging, gab Rumsfeld im Dezember 2002 für den US-Militärstützpunkt Guantanamo Bay auf Drängen von Führungskräften sein Einverständnis für die Methoden, das er allerdings Mitte Januar 2003 wieder zurückzog. Im April 2003 gab er dann eine geänderte Liste mit zulässigen Methoden heraus. Nach Bekanntwerden des Folter-Skandals im Irak waren auch die Haftbedingungen in Guantanamo Bay auf Kuba wieder in den Blickpunkt gerückt. Der Folter-Skandal im Irak hatte die US-Regierung stark unter Druck gebracht. Präsident George W. Bush bekräftigte, niemals Folter angeordnet zu haben.

Der demokratische Senator Patrick Leahy aus Vermont warf dem US-Präsidialamt vor, eine „ihm dienliche Auswahl“ von Dokumenten veröffentlicht zu haben.

Den Dokumenten zufolge baten die Verantwortlichen in Guantanamo Bay Rumsfeld, für die Verhöre nasse Handtücher sowie fließendes Wasser einsetzen zu dürfen. Damit sollte bei den Gefangenen die Furcht geweckt werden, sie würden ersticken. Auch der Einsatz von Körperkontakt wie leichtes Stoßen sei gewünscht worden. Rumsfeld genehmigte dann Ende 2002 eine ganze Reihe aggressiver Verhörmethoden, darunter Einzelhaft von bis zu 30 Tagen, Befragungen über die Dauer von 20 Stunden, das Entkleiden von Gefangenen oder das Scheren des Haupthaares. Auch Einschüchterungspraktiken, etwa durch den Einsatz von Hunden, seien dabei gewesen.

Die Gefangenen in Guantanamo Bay wurden im Zuge des von Bush ausgerufenen Krieges gegen den Terror zumeist in Afghanistan festgenommen und sollen den USA zufolge mit der El-Kaida-Organisation oder der gestürzten Taliban-Regierung in Verbindung stehen.

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