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Bush senior wird in Berlin geehrt: „George Bush nicht abhaken“

Viele sehen Amtsinhaber George W. Bush bereits als "lame duck" und konzentrieren sich auf die beiden möglichen Nachfolger Barack Obama und John McCain. Unmittelbar vor der Eröffnung der neuen US-Botschaft in Berlin hat ein hoher Vertreter der US-Regierung davor gewarnt, die derzeitige Bush-Administration bereits abzuschreiben. Von ihr sei bis zuletzt außenpolitische Aktivität zu erwarten.

Der ehemalige US-Präsident George Bush sen. sprach am Donnerstag in der American Academy in Berlin. Zuvor wurde Bush für seine Verdienste um die deutsche Einheit mit dem Henry-Kissinger-Preis ausgezeichnet. Foto: dpa Quelle: dpa
Der ehemalige US-Präsident George Bush sen. sprach am Donnerstag in der American Academy in Berlin. Zuvor wurde Bush für seine Verdienste um die deutsche Einheit mit dem Henry-Kissinger-Preis ausgezeichnet. Foto: dpa Quelle: dpa

BERLIN. Unmittelbar vor der Eröffnung der neuen US-Botschaft in Berlin hat ein hoher Vertreter der US-Regierung davor gewarnt, die derzeitige Bush-Administration bereits abzuschreiben. "Sie wird vor allem außenpolitisch bis zum letzten Tag im Januar 2009 arbeiten", sagte er. Er reagierte damit auf die zunehmende Orientierung deutscher Politiker auf die US-Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama. "Die Einschätzung, Bush sei eine "lame duck", wird aber weder im Kanzleramt noch im Außenministerium geteilt", sagte Karsten Voigt, Regierungsbeauftragter für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, dem Handelsblatt.

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Hintergrund der Bemerkungen ist der besonders freundliche Empfang für den früheren US-Präsidenten George Bush senior, den Vater des heutigen Präsidenten. Er wird heute zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die neue US-Botschaft am Pariser Platz einweihen. Bush junior war dagegen bei dem jüngsten und wohl letzten Deutschland-Besuch seiner achtjährigen Amtszeit gar nicht mehr nach Berlin gekommen. Deutsche Außenpolitiker hatten parteiübergreifend eine kritische Bilanz seiner Arbeit gezogen.

"Es ist verständlich, dass Bush senior sehr freundlich empfangen wird", sagte Voigt. "Ohne sein Engagement hätte die deutsche Wiedervereinigung nicht so reibungslos vonstatten gehen können." Die USA hätten die Vereinigung maßgeblich begleitet. "Bush war aktiver als manche unsere Nachbarn – und als mancher deutsche Politiker, wenn ich etwa an Oskar Lafontaine denke." Am Donnerstagabend erhielt Bush auch wegen seiner Verdienste um die Einheit und die deutsch-amerikanischen Verständigung die Henry-Kissinger-Auszeichnung in der American Academy in Berlin. Der ehemalige amerikanische Außenminister Kissinger würdigte Bush dafür, dass es ihm in Zeiten dramatischer Umbrüche wie dem Zerfall der Sowjetunion und des irakischen Überfalls auf Kuwait gelungen sei, zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen: mit allen wichtigen Mächten im Dialog zu bleiben und dennoch die Durchsetzung der eigenen Werte voranzutreiben.

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