Bush trifft Putin in Bratislava: Lufthansa über Flugausfälle verärgert

Bush trifft Putin in Bratislava
Lufthansa über Flugausfälle verärgert

Die Deutsche Lufthansa prüft Schadenersatzansprüche wegen zahlreicher gestrichener Flüge anlässlich des Deutschland-Besuchs von US-Präsident George W. Bush am Mittwoch.

HB BRATISLAVA. Grund für fast 90 Flugausfälle allein bei Lufthansa seien vor allem kurzfristig verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die etwaigen Forderungen, zu deren Höhe sich Lufthansa noch nicht äußern wollte, würden sich gegen die zuständigen Einrichtungen und Behörden richten. Die zusätzlichen Maßnahmen seien von der Deutschen Flugsicherung (DFS) erst spät am Vorabend übermittelt worden.

Zur Ankunft des US-Präsidenten in Frankfurt ruhte der Flugbetrieb nach Fraport-Angaben knapp 40 Minuten. Zudem sei die zulässige Zahl der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge vor und nach der Landung der Präsidenten-Maschine um rund die Hälfte verringert worden, sagte der Lufthansa-Sprecher. „Dies ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir behalten uns deshalb Schadenersatzforderungen vor.“

Flugsicherung: Lufthansa in Vorgespräche eingebunden

Sprecher von DFS und Flughafenbetreiber Fraport zeigten sich über die Lufthansa-Kritik überrascht und erklärten, ein Großteil der Flugprobleme sei vor allem auf das schlechte Wetter zurückzuführen. Zudem sei Lufthansa als mit Abstand größte Fluggesellschaft in Frankfurt in die Vorgespräche eingebunden und auch bei der Beratung der zusätzlichen Maßnahmen schon am Montag mit einem Mitarbeiter vertreten gewesen. Die Fluggesellschaft nannte diese Darstellung nicht nachvollziehbar. Bis zum Abend wurden am zweitgrößten europäischen Flughafen nach Angaben von Fraport weit mehr als 100 Flüge gestrichen. Lufthansa ließ nach eigenen Angaben 89 Flüge mit rund 5600 Passagieren ausfallen. Etwa 200 Lufthansa-Flüge hatten im Schnitt eine Stunde Verspätung. Für den Abflug Bushs am Mittwochabend wurden durch die Flugsicherung allerdings die Einschränkungen reduziert.

Der Streit erhält zusätzliche Brisanz vor dem Hintergrund einer neuen EU-Verordnung. Seit voriger Woche müssen Fluggesellschaften für Verspätungen unabhängig von der Ursache Entschädigungen zahlen. Bei Ausfall eines Fluges ist das Ticket zurückzuerstatten und der Passagier gegebenenfalls kostenlos zum Ausgangsflughafen zurückzufliegen. Die Verordnung wird von den Fluggesellschaften allerdings gerichtlich angefochten.

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