Bush und Blair wollen „den Terror besiegen“
USA verstärken Truppen im Irak notfalls

US-Präsident Bush und der britische Premierminister Blair erklärten nach den neuen Selbstmordanschlägen in Istanbul, sie würden den Kampf gegen den Terrorismus oder die Besetzung des Irak nicht aufgeben. Die US-Truppen im Irak sollen nötigenfalls sogar verstärkt werden. Unter keinen Umständen würden sie sich dadurch aus dem Irak vertreiben lassen, versicherten Bush und Blair am Donnerstag in London.

HB LONDON. Gegen Bushs Staatsbesuch in Großbritannien und den Irak-Krieg demonstrierten am Abend in London mehrere zehntausend Menschen. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 200 000 Menschen an der Großdemonstration teil, die Polizei sprach von rund 70 000. Sprecher der Demonstranten bezeichneten Bush und Blair als „Kriegsverbrecher“ und forderten eine UN-Übergangsregierung für den Irak. Gegner des Irak-Krieges rissen auf dem Trafalgar Square eine überlebensgroße Figur von US-Präsident George W. Bush zu Boden, wie dies nach dem Fall Bagdads mit einer Statue Saddam Husseins geschehen war. „Nieder mit Bush“ wurde aus der Menge gerufen.

Bush und Blair beteuerten erneut, sie würden ihre Truppen erst aus dem Irak abziehen, wenn dort eine Demokratie aufgebaut worden sei. „Wir bleiben, bis der Job erledigt ist“, sagte Blair. „Denn das wird wesentlich dazu beitragen, den Terror zu besiegen. Wir werden keinen Zentimeter zurückweichen.“ Es gelte, „die Welt ein für alle Mal von diesem Unheil zu befreien“.

Auf die Frage eines Journalisten, ob er den Tod britischer Staatsbürger bei den Anschlägen in Istanbul nicht mitzuverantworten habe, indem er Bush zu dem umstrittenen Staatsbesuch eingeladen habe, antwortete Blair: „Verantwortlich sind die Terroristen.“ Es sei ein Irrtum zu glauben, man werde ihnen entgehen, wenn man sich „in die hintere Reihe wegducke“, sagte Blair. „Entweder man besiegt sie oder man wird von ihnen besiegt.“ Die Anschläge richteten sich auch nicht allein gegen die USA und Großbritannien, sondern gegen eine freiheitlich-demokratische Grundordnung schlechthin.

Bush wiederum erwiderte auf die Frage, ob es ihm nicht zu denken gebe, dass in London so viele Bürger gegen ihn demonstrierten und ihn offenbar sogar hassten: „Das ist eine wunderbare Sache.“ Zum Glück könnten die Bürger Bagdads seit einiger Zeit auch ungestraft auf die Straße gehen und ihre Meinung sagen.

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