Bush vertteidigt Irak-Einsatz
Amerika plagt Furcht vor zweitem Vietnam

US-Präsident George W. Bush gerät angesichts des wachsenden Unmuts in der Bevölkerung über den verlustreichen Militäreinsatz im Irak immer stärker unter Druck. Seine Lösung: eine mehrtägige Initiative, die den Krieg in dem arabischen Land verteidigt. Denn die Furcht vor einem zweiten Vietnam ist groß.

SALT LAKE CITY. Bush startete mit einer Rede vor Veteranen der US-Armee, die sich in Salt Lake City versammelt hatten. Vor den Veteranen sagte Bush: „Irak ist eine zentrale Front im Kampf gegen den Terror.“ Bush, der nur selten selbst Verlustzahlen zum Irak-Einsatz bekannt gibt, sagte den Veteranen, es seien 1864 US-Soldaten in dem Golfstaat gefallen. Diesen getöteten Amerikanern seien es die USA schuldig, ihren Einsatz im Irak zu Ende zu bringen:

„Wir werden ihren Opfertod ehren, indem wir in der Offensive gegen die Terroristen bleiben.“ Nach der Rede Bushs erhoben sich die Kriegsveteranen von den Sitzen und spendeten im Stehen Applaus. Die Ansprache im Bundesstaat Utah war Bushs erste öffentliche Äußerung seit neun Tagen. Als nächstes will Bush im US-Bundesstaat Idaho über den von ihm erklärten Krieg gegen den Terror sprechen.

Die ersten August-Wochen hatte der Präsident auf seiner Ranch in Texas verbracht. Bush sah sich jüngst mit verstärkten Protesten gegen den Irak-Einsatz in den USA konfrontiert. Leitfigur vieler Irak-Kriegsgegner ist dabei Cindy Sheehan, deren Sohn im Irak-Einsatz getötet wurde. Sie hatte vor der Ranch Bushs in Crawford campiert und vergeblich ein Treffen mit dem Präsidenten verlangt, in dem sie einen Abzug der Truppen aus dem Golfstaat fordern wollte.

Erinnerungen an Vietnam

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak und steigender Opferzahlen der US-Armee warten inzwischen viele US-Bürger ungeduldig auf einen Abzug der US-Truppen aus dem Land. Die Diskussion darüber bestimmte auch die Talk-Shows im US-Fernsehen am Wochenende. Bushs Parteifreund Chuck Hagel sagte dabei, der Irak erscheine ihm zunehmend wie ein zweites Vietnam.

„Je länger wir bleiben, desto mehr Probleme werden wir bekommen.“ Hagel ist ein Vietnam-Veteran. Der Krieg in dem südostasiatischen Land gilt bis heute als ein nationales Trauma der USA. Massive Proteste im eigenen Land zwangen die damalige Regierung, den Einsatz abzukürzen.

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