Bush warnt Syrien und Iran
Neuer schwerer Anschlag im Irak

Neuer Anschlag auf eine Polizeistation im Irak. Nach den blutigen Attacken vom Vortag verübte am Dienstag ein Selbstmordattentäter in der irakischen Stadt Falludscha einen weiteres blutiges Attentat.

HB BAGDAD. Bei dem jüngsten Attentat sprengte sich nahe einer Polizeiwache in der westlich von Bagdad gelegenen Stadt Falludscha ein Mann in einem kleinen Auto in die Luft und riss nach Polizeiangaben mindestens vier Zivilisten mit in den Tod. Andere Quellen berichteten von sechs Toten. Am Vortag waren in der Hauptstadt Bagdad Anschläge auf drei Polizeistationen und das Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) verübt worden. Dabei waren mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Die USA vermuten ausländische Kräfte hinter den jüngsten Anschlägen. Wegen der Gefahr weiterer Attentate forderten sie ihre Bürger auf, Reisen nach Saudi-Arabien zu vermeiden.

Das Auto in Falludscha ging nach Polizeiangaben etwa hundert Meter von der Hauptwache der Polizei entfernt in die Luft. US-Soldaten riegelten Augenzeugen zufolge den Tatort ab. Ein in eine blaue Decke gewickelter, blutiger Körper lag neben einem Laternenmast. Nahe dem Autowrack waren Leichenteile auf dem Gehweg verstreut. „Vier Zivilisten wurden getötet“, sagte Major Assad Abdul Karim. Nach Krankenhausangaben riss der Attentäter fünf Menschen mit in den Tod. Falludscha liegt rund 60 Kilometer westlich von Bagdad in einem überwiegend von sunnitischen Moslems bewohnten Gebiet, wo viele Anhänger des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein leben.

Wie erst am Dienstag bekannt wurde, ist am Sonntagabend in Bagdad auch ein von den USA berufener Vize-Bürgermeister ermordet worden. Ein Sprecher der Koalitionstruppen teilte in der irakischen Hauptstadt mit, der 40-jährige Fares Abdel Rassak el Assam sei von Unbekannten getötet worden. Er war im Sommer von den Besatzungstruppen mit seinem Amt als Stellvertreter des für die Infrastruktur zuständigen Bürgermeisters betraut worden. Nach Angaben des Sprechers war er gerade von der Irak-Geberkonferenz in Madrid zurückgekehrt.

Vor dem letzten Attentat hatten die USA die jüngste Serie von Selbstmordanschlägen in Bagdad als Reaktion auf den Erfolg der US-Truppen im Irak bewertet. „Es gibt Anzeichen dafür, dass auf jeden Fall diese Angriffe von ausländischen Kämpfern ausgeführt wurden“, sagte US-Brigadegeneral Mark Hertling. Ein bei den Anschlägen verletzter Attentäter habe einen syrischen Pass bei sich gehabt. US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, bei den Attentätern handele es sich „um Terroristen im Irak, die bereit sind jeden zu töten, um unseren Fortschritt zu stoppen.“ Umso erfolgreicher die USA im Irak seien, desto mehr würden diese Attentäter reagieren. „Und unser Job ist es, sie zu finden und sie ihrer Strafe zuzuführen“, fügte er hinzu. Gleichzeitig warnte der US-Präsident Syrien und Iran davor, Terroristen von ihrem Gebiet aus in den Irak eindringen zu lassen. „Wir erwarten, dass sie ihre Grenzen kontrollieren“, sagte Bush.

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Vor dem Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wurden noch am Dienstag Leichenteile der am Vortag von einer Bombe zerrissenen Menschen gefunden. Das IKRK hat nach Angaben seiner Sprecherin Nada Doumani noch nicht entschieden, ob es weitere ausländische Mitarbeiter aus dem Irak abziehen wird. Es sei aber entschlossen, seine Arbeit in dem Land fortzusetzen.

Das IKRK hatte nach einem Autobombenanschlag auf das Büro der Vereinten Nationen (UNO) in Bagdad im August die Zahl seiner ausländischen Mitarbeiter von mehr als 100 auf rund 30 reduziert. Beschleunigt wurde dieser Prozess im Juli, nachdem ein IKRK-Techniker aus Sri Lanka erschossen worden war. US-Außenminister Colin Powell appellierte an die Hilfsorganisationen, trotz der jüngsten Anschläge ihre Arbeit fortzuführen: „Sie werden gebraucht. Ihre Arbeit wird gebraucht. Und wenn sie vertrieben werden, dann gewinnen die Terroristen. Aber sie müssen diesen Wunsch, zu bleiben und ihre Arbeit zu machen, mit ihren Sicherheitsbedürfnissen in Einklang bringen“, sagte er.

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