Bush will über deutsches Engagement im Irak sprechen
Bush stellt Gemeinsamkeiten mit Deutschland heraus

Bei seiner Europareise bemüht sich US-Präsident George W. Bush um eine Verbesserung der Beziehungen zu den Gegnern des Irak-Krieges.

HB BERLIN/WASHINGTON. Bush, der sich vor seiner Abreise gegenüber mehreren europäischen Medien äußerte, sagte, es sei an der Zeit, die Gegensätze des Irak-Konflikts beiseite zu rücken. „Ich weiß, dass wir eine Meinungsverschiedenheit hatten. Und im Fall des Iraks war es eine große Meinungsverschiedenheit. Aber nun ist es Zeit, diese Differenzen beiseite zu lassen und auf Feldern vorwärts zu kommen, auf denen wir zusammenarbeiten können.“ Gegenüber Bundeskanzler Gerhard Schröder und anderen Gegnern des Irak-Kriegs - wie dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac - empfinde er keinerlei Bitterkeit. „Was uns verbindet, ist viel mehr als das, was uns trennt“, betonte Bush.

Der US-Präsident misst der Nato weiterhin eine zentrale Rolle bei: „Die Nato ist ein vitales, notwendiges und wichtiges Element für die Erhaltung des Friedens.“ Schröder sagte dem „Tagesspiegel am Sonntag“ zum bevorstehenden Treffen mit Bush: „Ich begrüße die Dialogbereitschaft des amerikanischen Präsidenten und freue mich, mit ihm über alle wichtigen Fragen zu reden.“

Schröder begrüßt Dialogbereitschaft Bushs

Bush startete am Sonntagmittag (MEZ) von Washington aus zu seiner Europareise. Am Sonntagabend wurde er zunächst in Brüssel erwartet. Am Mittwoch trifft er mit Schröder in Mainz zusammen.

Bush sagte in einem Interview mit der ARD: „Ich werde Gerhard Schröder an unsere Position erinnern, dass die Nato eine ganz zentrale Institution ist.“ Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ fügte er hinzu, wenn es einen Bedarf zur Reform der Nato gebe, dann nicht als institutionelle Generalüberholung des atlantischen Verhältnisses. Indirekt ging Bush damit auf Distanz zum jüngsten Vorstoß Schröders zur Reform der Nato.

Der Kanzler hatte die Ansicht vertreten, die Strukturen der Nato trügen den Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte nicht ausreichend Rechnung. Die Nato sei nicht mehr der primäre Ort, wo die transatlantischen Partner ihre Vorstellungen koordinieren. Er schlug deshalb eine Expertengruppe vor, die Vorschläge für Verbesserungen machen soll.

Auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bekräftigte die Rolle des Bündnisses. Für die Herausforderungen „brauchen wir mehr denn je das gemeinsame Engagement Amerikas und Europas und ihren offenen und umfassenden politischen Dialog“, heißt es einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Unterstützung erhielt Schröder von US-Senator John McCain, einem Parteifreund Bushs. Das Militärbündnis habe immer noch die Strukturen aus der Zeit des Kalten Krieges und sei reformbedürftig, sagte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

Seite 1:

Bush stellt Gemeinsamkeiten mit Deutschland heraus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%