Bush zur Lage im Irak
„Wir gewinnen nicht, wir verlieren nicht“

Zum ersten Mal hat der amerikanische Präsident George W. Bush, dass die USA den Krieg im Irak nicht gewinnen. Noch vor den Kongresswahlen im November hatte der Präsident den Vereinigten Staaten stets einen Sieg in dem Golfstaat prophezeit. Das ist jetzt wohl Geschichte.

HB WASHINGTON. In einem Interview der „Washington Post“ übernahm Bush jetzt die Sprachregelung seines neuen Verteidigungsministers Robert Gates. Auf die Frage, ob die USA im Irak einen Sieg davontragen, hatte Gates bei einer Anhörung im US-Senat Anfang Dezember mit einem klaren „Nein“ geantwortet.

In dem Gespräch erwägte Bush zudem, die Streitkräfte im Irak zu verstärken. Angesichts der Herausforderungen beim Kampf gegen den Terror sei er „geneigt zu glauben, dass wir unsere Truppenstärke ausbauen müssen. Die Vereinigten Staaten müssten besser auf einen „langen Krieg“ gegen den Terrorismus vorbereitet sein. Zahlen nannte er jedoch nicht.

Er habe den neuen Verteidigungsminister Robert Gates beauftragt, zu prüfen, wie die Vergrößerung am besten umzusetzen sei, sagte der Präsident der Zeitung weiter. Er werde keine Entscheidung treffen, bevor Gates nicht den Irak besucht und mit US-Kommandeuren gesprochen habe.

Die Mannstärke der US Army (Heer) ist dem Bericht zufolge seit 2001 bereits von 482 000 auf heute 507 000 erhöht worden und soll noch weiter auf 512 000 Mann steigen. Diese Aufstockung sei jedoch nur vorläufig. Angesichts der Einsätze im Irak und Afghanistan fordere die Militärführung, diese zusätzlichen 30 000 Soldaten dauerhaft zu übernehmen und jährlich um weitere 7 000 Mann aufzustocken, berichtet die Zeitung weiter. Dabei werde von jährlichen Kosten in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar (rund 907 Millionen Euro) pro 10 000 zusätzliche Soldaten ausgegangen.

Am Wochenende hatte die „New York Times“ berichtet, dass Bush angesichts der sich weiter verschärfenden Sicherheitslage im Irak die Entsendung von mehr als 20 000 zusätzlichen US-Soldaten erwäge. Demnach untersuchen die US-Stabschefs im Auftrag des Weißen Hauses Möglichkeiten, wie eine solche Truppenverstärkung verwirklicht werden könnte, berichtete die Zeitung unter Berufung auf hohe US- Regierungsbeamte.

Die so genannte Baker-Kommission des US-Kongresses hatte vor kurzem dagegen unter anderem eine stärkere Übertragung der Verantwortung für die Sicherheit auf die irakischen Truppen und den Abzug der US-Kampftruppen bis zum Frühjahr 2008 empfohlen.

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