Bushs Ansehen auf Tiefpunkt
Fischer fordert Konsequenzen

In Unfragen ist das Ansehen von US-Präsident George W. Bush nach der Affäre um die Misshandlung irakischer Gefangener erstmals auf unter 50 Prozent gefallen. Bundesaußenminister Joschka Fischer hat derweil bei seinem Besuch in Washington gegenüber seinem US-Amtskollegen Colin Powell eine konsequente Bestrafung der US-Militärangehörigen verlangt, die für Misshandlungen und Folterungen verantwortlich sind.

HB WASHINGTON/LONDON/BAGDAD. „Es ist notwendig, dass Amerika handelt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht“, sagte Fischer nach einem etwa 40-minütigen Treffen mit Powell am Dienstag in Washington. Freunde und Verbündete Amerikas seien „tief bestürzt“ über die Berichte von Misshandlungen irakischer Soldaten. Er sei wichtig für den Westen, dass es den USA nun gelinge, „ihre moralische Führung wieder herzustellen“. Powell betonte, dass die US-Regierung entschlossen sei, alle Vorwürfe aufzuklären.

Nach der Enthüllung des Folterskandals im Irak ist das Ansehen von US-Präsident George W. Bush auf einen Tiefpunkt gesunken. Nur noch 46 % der Befragten zeigten sich in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders CNN und der Zeitung „USA Today“ zufrieden mit Bushs Amtsführung, weniger als je zuvor seit seinem Amtsantritt vor gut drei Jahren. 51 % äußerten ihre Missbilligung.

Nach Darstellung von US-Generalmajor Antonio Taguba hat die US- Armee keinen Beweis für systematische Misshandlungen in dem Militärgefängnis Abu Ghoreib bei Bagdad gefunden. Der Skandal sei auf ein Versagen der Führungsstrukturen in der US-Armee zurückzuführen. Bei einer Anhörung im Kongress in Washington prangerte Taguba mangelnde Disziplin, fehlende Ausbildung und nicht vorhandene Aufsicht der Soldaten und Militärpolizisten an. Taguba hatte die Vorgänge untersucht und die Misshandlungen in einem Bericht dokumentiert.

Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein und rund 100 weitere frühere Funktionäre des Regimes sollen noch vor der Machtü bergabe Ende Juni an die Iraker übergeben werden. Das berichtete der arabische Fernsehsender El Dschasira am Dienstagabend unter Berufung auf Salim el Chalabi, Verwaltungschef des Sondergerichts für die Prozesse gegen hochrangige Ex-Funktionäre.

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