Calipari-Tod
Berlusconi beharrt auf Mitschuld von US-Soldaten

Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat vor dem italienischen Parlament erneut US-Soldaten für den Tod des italienischen Geheimdienstagenten Nicola Calipari verantwortlich gemacht. Gleichzeitig betonte er das freundschaftliche Verhältnis seines Landes zu den USA.

HB ROM. „Die Freundschaft zwischen Italien und den Vereinigten Staaten hat schon Schlimmeres überstanden“, sagte Berlusconi in Rom. „Wir haben nicht vor, irgendeine Verbindung herzustellen zwischen den Vorfällen rund um den Tod unseres Agenten und der Rolle unseres Landes im Irak“, fügt er hinzu.

Der Agent Calipari war Anfang März nahe Bagdad erschossen worden, als er die aus irakischer Geiselhaft befreite Journalistin Giuliana Sgrena zu einem Flughafen bringen wollte. Der Wagen, in dem die Befreier mit Sgrena unterwegs waren, war an einem Kontrollposten von US-Soldaten beschossen worden. Calipari starb, Sgrena wurde verletzt. Der Vorfall hatte weltweit für Aufregung gesorgt und Spekulationen über eine Verschlechterung des Verhältnisses der beiden Regierungen ausgelöst.

Italien und die USA hatten die Vorfälle gemeinsam untersucht, waren jedoch zu unterschiedlichen Urteilen gekommen. Während die USA ihre Soldaten von jeder Mitschuld freisprachen, machte Italiens Regierung US-Soldaten sehr wohl mitverantwortlich für Caliparis Tod. „Das Fehlen von krimineller Absicht schließt nicht jede Verantwortung durch Fahrlässigkeit aus“, sagte Berlusconi auch am Donnerstag.

Die Weigerung der USA, zumindest eine Mitschuld am Tod des Agenten einzuräumen, rief in Italien große Entrüstung und Forderungen nach einem Truppenabzug aus dem Irak hervor. Dort sind zur Zeit noch etwa 3000 italienische Soldaten stationiert. „Der Abzug wird sicherlich nicht einseitig, sondern in Abstimmung mit unseren Verbündeten erfolgen“, sagte Berlusconi.

Erst am Vortag hatten beide Seiten von einem freundschaftlichen Telefongespräch zwischen Berlusconi und US-Präsident George W. Bush berichtet.

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