Cameron unter Druck
Zweiter Tory-Abgeordneter geht zu Rechtspopulisten

David Cameron bläst der Wind ins Gesicht. Nach dem Schottland-Referendum und dem Militäreinsatz gegen den IS hat er es mit Überläufern in der eigenen Partei zu tun. Der Parteitag in Birmingham verspricht Spannung.
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BirminghamKurz vor Beginn des Parteitags der britischen Konservativen am Sonntag ist ein zweiter Abgeordneter der Regierungspartei zur EU-kritischen UKIP übergetreten. Damit standen die Konservativen um Premierminister David Cameron zu Beginn ihres fünftägigen Parteitags am Sonntag in Birmingham kräftig unter Druck.

Am Vortag erklärte der Abgeordnete Mark Reckless seinen Übertritt zur rechtspopulistischen UKIP um Parteichef Nigel Farage. Fast gleichzeitig erklärte Brooks Newmark, ein Staatssekretär im Cabinet Office, seinen Rücktritt. Eine Boulevardzeitung hatte berichtet, dass er über Social Media Sexbilder von sich getauscht habe.

Mit dem Parteitag wollen sich die Torys auf die Parlamentswahl im Mai nächsten Jahres einstimmen, bei der die Partei massiv unter Druck steht. Sie könnte Wähler nicht nur an den alten sozialdemokratischen Rivalen von der Labour-Partei verlieren, sondern auch an die Rechtspopulisten.

Noch vor der Wahl im Mai wird es mindestens zwei Nachwahlen in einzelnen Wahlkreisen geben, die der UKIP die ersten unter ihrem Etikett gewählten Abgeordneten im Unterhaus bringen könnten. Vor Reckless hatte bereits der Tory-Abgeordnete Douglas Carswell sein Mandat aufgegeben und war zur UKIP gewechselt. Er stellt sich am 9. Oktober in seinem Wahlkreis Clacton den Wählern - Meinungsumfragen erwarten einen klaren Sieg für den UKIP-Mann.

Cameron will auf dem Parteitag in Birmingham vor allem neue Möglichkeiten für junge Leute vorstellen. So sollen potenzielle Hauskäufer unter 40 Jahren einen Rabatt von 20 Prozent eingeräumt bekommen, um nicht zur Miete wohnen zu müssen. Zusätzlich will er eine Million Ausbildungsplätze schaffen. Camerons Hauptrede wird für Mittwoch erwartet. Der Premierminister will die Maßnahmen mit weitere Einschnitten im Sozialsystem gegenfinanzieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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