Camp Bondsteel
UN-Ombudsmann fordert Kontrolle von US-Camp im Kosovo

Der UN-Ombudsmann im Kosovo, Marek Nowicki, hat dem US-Militär vorgeworfen, im Kosovo ein Gefängnis ohne externe juristische Kontrolle zu unterhalten. Hunderte von Häftlingen seien dort eingesperrt worden oder säßen noch ein - ohne Anklage, Anwalt und Prozess.

HB PRISTINA. Nowicki sagte der "Berliner Zeitung", auf dem Truppenstützpunkt Camp Bondsteel im Kosovo existiere seit Jahren ein Gefängnis, das keiner zivilen Kontrolle unterliege. Nowicki räumte ein, dass man nicht von einem Geheimgefängnis sprechen könne, da Bondsteel offiziell als militärisches Gefängnis der Nato-Friedenstruppe Kfor genutzt werde. Allein im zweiten Halbjahr 2002 seien mehr als 70 Personen in dem Lager inhaftiert gewesen. In Camp Bondsteel im östlichen Kosovo sind rund 6000 US-Soldaten stationiert.

Behauptungen seitens der Kfor, es gebe in Camp Bondsteel keine Geheimnisse, seien so lange zweifelhaft, wie auf dem 300 Hektar großen Gelände eine Kontrolle durch die Vereinten Nationen nicht möglich sei, sagte Nowicki. Der polnische Jurist war Präsident der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte in Wien und Vorsitzender Richter beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg; seit sechs Jahren leitet er die zivile UN-Beschwerdestelle im Kosovo.

Vor knapp zwei Wochen hatte bereits die französische Tageszeitung "Le Monde" über ein "Guantànamo-ähnliches Gefangenenlager" der Amerikaner im Kosovo berichtet. Das Blatt berief sich auf Angaben des Menschenrechtsbeauftragten des Europarates, Alvaro Gil Robles, der Camp Bondsteel südlich von Pristina im September 2002 besucht hatte. Dort habe dieser "etwa 15 bis 20 Gefangene in orangefarbenen Anzügen wie in Guantànamo" gesehen.

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