Cannabis in den USA: Alaska darf kiffen

Cannabis in den USA
Alaska darf kiffen

Mehr Gras für die USA. Nachdem der Besitz von Marihuana bereits in Colorado und Washington legal ist, darf auch Alaska jetzt kiffen. Die sonst so prüden Amerikaner setzen mehr und mehr ein Zeichen.
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JuneauAls dritter US-Staat hat Alaska Marihuana legalisiert. Seit Dienstag dürfen Erwachsene ab 21 Jahren bis zu einer Unze (knapp 30 Gramm) Gras und bis zu sechs der Pflanzen besitzen. In der Öffentlichkeit bleibt das Rauchen von Marihuana aber tabu. Regeln für den Verkauf müssen noch ausgearbeitet werden. Colorado war 2012 der erste US-Staat, in dem Marihuana legalisiert wurde, für den Handel können spezielle Hanf-Unternehmen seitdem Lizenzen erwerben. Später folgte der Staat Washington.

Die Polizei in der größten Stadt von Alaska, Anchorage, plant, das Kiffverbot in der Öffentlichkeit streng zu überwachen. Eine Feier aus Anlass der Legalisierung im Zentrum der Stadt wurde bereits abgesagt, weil die Organisatoren befürchten, mit Strafen in Höhe von 100 Dollar (88 Euro) belegt zu werden, wenn sie öffentlich an einem Joint ziehen.

Die Unterstützer der Legalisierung planen auch eine Kampagne, in dem sie sicheren Konsum empfehlen. Es soll unter anderem Anzeigen auf öffentlichen Bussen dazu geben. Im November hatte es bei einer Abstimmung ein Ergebnis von 53 zu 47 Prozent für die Legalisierung gegeben. Ende 2014 hatte ein Studie der National Survey on Drug Use and Health gezeigt, dass in den USA der Konsum von Marihuana zunimmt. Demnach sagten 7,4 Prozent der befragten Personen über zwölf Jahren, dass sie monatlich Marihuana nähmen. Das war ein Anstieg von vier Prozent.

Colorado stieg zum US-Staat mit den zweit meisten regelmäßigen Marihuana-Nutzern gemessen am Anteil der Bevölkerung auf, nämlich 12,7 Prozent. Das würde bedeuten, dass 530 000 Einwohner Colorados mindestens einmal im Monat Marihuana konsumierten. Im Staat Washington stieg der Marihuana-Konsum unter den über Zwölfjährigen um etwa 20 Prozent.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Kleine Korrektur: Cannabis is inzwischen in vier Staaten der USA legalisiert worden. Oregon ist am 4. November 2014 ebenfalls auf den Boom aufgesprungen. Mit über fünf Millionen Einwohnern ist es fast acht Mal so groß wie Alaska. Aktuell profitieren 5,3% der gesamten US-Bevölkerung von der Legalisierung. Man stelle sich das Potenzial vor, wenn ein wirklich bevölkerungsreicher Staat der Ostküste oder Kalifornien dazu stößt und die Lawinde so richtig ins Rollen kommt. Ich verweise an dieser Stelle auf die kürzlich gesendete WDR-Doku "Wie Amerika sich reich kifft".

  • In Colorado sind die Zahlen genau anders herum. So heißt es:" Jugendschutz und Prävention rund um Cannabis Am umstrittensten sind ja immer die Auswirkungen auf den Konsum von Jugendlichen. Hier ist Colorado auf dem besten Weg, nimmt doch deren Cannabiskonsum seit 2009 stetig ab. Hatten 2009 noch 24 Prozent der High-School Schüler wenigstens einmal Gras geraucht, ist die Zahl seitdem auf 20 Prozent gefallen. Auch der Jugendschutz funktioniert besser als beim Alkohol. So gab es bei Testkäufen in Colorado 2014 nicht eine Beanstandung aufgrund der Abgabe an Minderjährige, bei Alkohol verhielt sich das anders. Die zweckgebundenen Steuereinnahmen haben bereits eine groß angelegte Präventionskampagne sowie den Bau von Schulen finanziert. Ebenso erhielt ein Rehabilitations-Zentrum in Denver einen Zuschuss von 3,2 Millionen Dollar, der direkt aus den Cannabis-Verkäufen stammt." Und das sieht wieder ganz anders aus! Quelle: http://sensiseeds.com/de/blog/passiert-nach-der-cannabis-legalisierung/ Na ja langsam wird es lächerlich, und ich finde es gut wie sehr die Prohibitionsbefürworter in Erklärungsnot kommen. Je mehr Staaten legalisieren, um so schlimmer wird es^^ Besonders gut finde ich, dass das Argument der Internationalen Verträge ad absurdum geführt wurde. Denn wie kann es sein das Länder in den USA und Uruguay legalisiert haben und viele Länder auf der Welt entkriminalisiert haben. Die haben doch die gleichen Verträge unterschrieben. Liebes Handelsblatt schreibt doch mal etwas darüber und wie das möglich ist^^

  • "(...)Im Staat Washington stieg der Marihuana-Konsum unter den über Zwölfjährigen um etwa 20 Prozent." Quelle Bitte! Denn direkt nach einer Legalisierung gibt es immer einen "peak" in der Kurve, denn es gibt viele die Gras zum ersten mal probieren. Die Konsumentenzahlen nehmen danach aber wieder ab und normalisieren sich.

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