Care stellt Hilfe im Irak ein - Blair im Parlament unter Druck
Hilfsorganisation zieht Konsequenz aus Entführung

Nachdem Margaret Hassan verschleppt wurde, sei die Arbeit im Irak vorübergehend eingestellt worden, sagte der Chef von Care International Australien, Robert Glasser, am Mittwoch im Fernsehen. Care tue alles, um die Freilassung von Hassan zu erreichen. Er vermute, dass sie unverletzt sei, die Motive für die Entführung seien unbekannt.

HB LONDON. Hassan, die in Irland geborene Leiterin der Care-Projekte im Irak, ist mit einem Iraker verheiratet. Seit mehr als 25 Jahren leistet die Britin, die auch die irakische Staatsbürgerschaft hat, humanitäre Hilfe in dem Land. Der Bagdad-Korrespondent des „Independent“, Robert Fisk, der sie gut kennt, sagte, Margaret Hassan habe sich vor dem Krieg vehement gegen die UN-Sanktionen gegen den Irak eingesetzt.

In London steht dem britischen Premierminister Tony Blair indes am Nachmittag eine vermutlich stürmische Unterhaussitzung bevor. Über 40 Abgeordnete aus Blairs Labour-Fraktion haben einen Antrag eingebracht, der eine Abstimmung über die mögliche Verlegung britischer Truppen aus dem Südirak nach Bagdad fordert. Die Zeitung „The Daily Telegraph“ wertete die Kritik aus den eigenen Reihen als „größte Hinterbänkler-Revolte“, mit der sich Blair bisher zum Thema Irak habe auseinander setzen müssen.

Unter Berufung auf Quellen aus dem Verteidigungsministerium meldete das Blatt, die Truppenverlegung auf Wunsch der USA sei schon in der vergangenen Woche beschlossen worden. Verteidigungsminister Geoff Hoon habe deshalb das Parlament falsch informiert, als er ihm am Montag mitgeteilt habe, eine Entscheidung stehe noch aus.

Hassan war am Dienstag in Bagdad verschleppt worden. Der Fernsehsender Al-Dschasira zeigte Aufnahmen von Hassan, wie sie in einem Raum sitzt und sichtbar verängstigt wirkt. Zu den Bildern gab es keinen Ton. Der Sender sagte, eine Gruppe habe sich zu der Entführung bekannt, jedoch weder einen Namen genannt noch Bedingungen gestellt.

Vor rund zwei Wochen hatten Aufständische im Irak eine britische Geisel enthauptet. In den vergangenen Monaten wurden im Irak immer wieder Ausländer entführt, mindestens 35 von ihnen wurden getötet.

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