Castro gratuliert Griechenland
Glückwunsch vom Genossen Fidel

In der EU wird es einsam um Alexis Tsipras, doch aus anderen Ländern kommen Glückwünsche und Bestärkungen für seine Taktik rund um das Referendum. Fidel Castro hat dem Griechen einen persönlichen Brief geschrieben.
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AthenUnter seinen Amtskollegen in der EU mag der griechische Links-Premier Alexis Tsipras kaum noch politische Freunde haben, vor allem nicht, seit er die Geldgeber des Landes der „Erpressung“ bezichtigte. Umso größeren Beifall bekommt Tsipras dafür aus der fernen Karibik für seinen triumphalen Sieg bei der Volksabstimmung am Sonntag.

Noch am Sonntagabend ließ der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro ein Glückwunschschreiben an den griechischen Genossen aufsetzen, der schon in seiner Zeit als Studentenfunktionär und Mitglied der stalinistischen griechischen KP die Zuckerinsel bereiste, um sich dort politische Anregungen zu holen. „Ich beglückwünsche Sie herzlich zu Ihrem glänzenden politischen Sieg, dessen Einzelheiten ich gerade im Kanal TeleSur verfolge“, beginnt Castro sein Schreiben.

Griechenland sei den Kubanern sehr nah, schreibt Castro: Das Land habe „uns Philosophie, Kunst und die Wissenschaft der Antike beigebracht, als wir zur Schule gingen, darunter auch die größte aller menschlichen Aktivitäten, die Kunst und die Wissenschaft der Politik“.

Dann fährt Castro fort: „Dein Land und insbesondere sein Mut in der gegenwärtigen Situation, weckt die Bewunderung der Völker Lateinamerikas und der Karibik, die mitansehen, wie Griechenland, gegen alle Bedrohungen aus dem Ausland, seine Identität und Kultur verteidigt“. Nach historischen Exkursen in die Ära des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzungszeit, schließt Castro sein Schreiben mit dem Gruß: „Wir wünschen Ihnen, sehr geehrter Genosse Alexis Tsipras, den größtmöglichen Erfolg.“

Auch aus anderen Ländern kamen änhliche Töne: „Es ist ein großer Sieg über den Finanz-Terrorismus des IWF. Genug der kapitalistischen Ausbeutung“, sagte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bei einer Militärparade zum venezolanischen Unabhängigkeitstag.

Und auch Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner meldete sich via Twitter: „Das war ein durchschlagender Sieg der Demokratie und der Würde. Das griechische Volk hat 'Nein' gesagt. Im Namen des argentinischen Volkes und der Regierung erklären wir unsere ganze Solidarität mit dem mutigen griechischen Volk und dessen Regierung.“

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

Kommentare zu " Castro gratuliert Griechenland: Glückwunsch vom Genossen Fidel"

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  • Also, als im Abgrund liegendes Land sehe ich Cuba keineswegs.

    Die Bevölkerung dort leidet dort zweifellos an dem System (das war noch bei jedem auf einer Ideologie basierenden so, und die Leute da hatten ja auch keine realen Vergleichsmöglichkeiten - sonst hätten sie vermutlich festgestellt, dass sie, was ihre Lebensqualität im Vergleich mit den Lebensumständen unter anderen kommunistischen Regime - insbesondere Nordkorea angeht, noch ganz gut weggekommen sind), aber erstens haben die da in letzter Zeit unter Raúl Castro enorme Fortschritte gemacht - und von den sich dadurch eröffnenden neuen Chancen macht die Bevölkerung natürlich auch regen Gebrauch, zum Vorteil aller, und zweitens hat der die jahrzehntelange wirtschaftliche Stagnation bewirkt, dass dort - ganz im Gegensatz zu den stalinistisch geprägten Ländern - im Stadtbild eine Menge ursprünglichen Charmes erhalten geblieben ist, weil nicht, wie in den anderen kommunistischen Ländern, alles zu Müll "modernisiert" wurde.

  • Ja, der Fidel weiß wie man ein Land in den Abgrund stürzt. Siechenland wird den gleichen Weg gehen.

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