_

CDO-Geschäfte: US-Abgeordnete fordern Strafverfahren gegen Goldman

62 zumeist demokratische Abgeordnete des US-Kongresses wittert bei Goldman Sachs einen "Betrug von historischen Dimensionen" - und fordern deshalb ein Strafverfahren gegen die Investmenstbank. Justizminister Holder müsse "sofort handeln". Derweil haben die Republikaner die geplante Finanzmarkt-Reform erneut blockiert.

Goldman-Chef Blankfein: Bekommt er es jetzt auch noch mit dem Strafrichter zu run? Quelle: dpa
Goldman-Chef Blankfein: Bekommt er es jetzt auch noch mit dem Strafrichter zu run? Quelle: dpa

HB WASHINGTON. Wegen der umstrittenen Geschäftspraktiken von Goldman Sachs haben Abgeordnete des US-Kongresses ein Strafverfahren gegen die Investmentbank gefordert. In einem Schreiben riefen sie am Mittwoch Justizminister Eric Holder zum "sofortigen Handeln" auf. Unter Hinweis auf eine Klageschrift der Börsenaufsicht (SEC) hieß es in dem Brief, offenbar handele es sich hier um einen Betrug von historischen Dimensionen.

Anzeige

Das Schreiben wurde von 62 zumeist demokratischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses unterzeichnet. Darunter ist auch der Vorsitzende des Justizausschusses der Kammer, John Conyers von den regierenden Demokraten.

Zuvor hatte Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein in einem harten Schlagabtausch im US-Senat die umstrittenen Geschäftspraktiken seiner Bank verteidigt. Die Investmentbank habe ihre Kunden während der Finanzmarktkrise nicht getäuscht, sagte Blankfein am Dienstag in einer Anhörung vor einem Sonderausschuss des Senats. Die Anleger wie die deutsche IKB Bank hätten Risiken gesucht, "und das ist es, was sie bekommen haben".

Mehrere Senatoren warfen dem Bankenchef indes "zügellose Gier" vor. Der Ausschussvorsitzende Carl Levin von den Demokraten hielt Blankfein vor, seine Bank habe Anlegern riskante Wertpapiere verkauft und gleichzeitig auf deren Kursverlust gewettet. "Und da wollen Sie, dass die Leute Ihnen vertrauen? Ich würde Ihnen nicht trauen", sagte Levin.

Goldman Sachs hatte seinen Kunden sogenannte CDOs verkauft, komplexe Kreditderivate, die auf mehrfach verbrieften Immobilienhypotheken beruhten. Zugleich wettete ein Goldman-Großkunde, der Hedgefonds Paulson, auf den Ausfall eben dieser Hypotheken - mit Erfolg. Während sich Paulson eine goldene Nase verdiente, machten die Käufer der CDOs massive Verluste. Allein die IKB musste laut US-Börsenaufsicht SEC 150 Mio. Dollar abschreiben.

  • 29.04.2010, 10:28 UhrAnonymer Benutzer: rainer repke

    man sollte die Geschaefte, soweit das moeglich ist, genau nachverfolgen. Das geht oft nicht, weil man ja ueber Toechter und beteiligungen global aufgstellt ist. Ausserdem hat man ja Freunde.
    Und wenn es geht die zu grossen Firmen zerschlagen und die verantwortlichen strafrechtlich verfolgen.

    Man sollte da auch bei banken/brokern aus anderen Laendern, z.b.Deutschland, nachsehen. Da ist auch nicht alles gut und fair verlaufen. ist es nicht denkbar, dass banken ihren Kunden Wertpapiere zu Niedrigstkursen abgenommen, dann selber behalten und spaeter mit satt Gewinn verkauft haben? Woher kommen bitte schoen die dicken Gewinne, die so kurz nach dem Tiefpunkt ausgewiesen werden?

    Man denke nur einmal daruber nach, dass die Deutsche bank zb (dies ist jetzt nur ein Denkmodell) fuer Kunden Kredite macht, Aktien ausgibt, Anleihen ausgibt, ueber eigene Positionen und Positionen der angeschlossenen Fonds in diesen Papieren handelt und investiert, und dann auch noch Vermoegen fuer Kunden verwaltet. Und das im inland und im Ausland. Wie einfach ist es da, Positionen aus Eigenbestand an Kunden weiterzugeben? War das nicht bei Telekom der Fall?

    Man kann doch zb (bitte nicht auf die Deutsche bank bezogen) fuer einen Kunden, von dem man intern weiss, dass er in Probleme kommt, Kredite in eine Anleihe wandeln und diese bei Kunden plazieren.....

    Mein Vertrauen in die Trennwaende zwischen den Geschaeftsarten ist hin, weil ich den Akteuren nicht mehr vertraue.

    Euer
    Rainer

  • 29.04.2010, 10:15 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    Diese gierigen banker ohne Gewissen und Moral haben viele viele verzweifelte Menschen in den Freitod getrieben. Nur um ihr riesiges Vermögen noch um einen Prozentpunkt anzugeben, venichten sie ohne mit der Winmper zu zucken die Existenz ganzer Familien. in ihrer Vermessenheit sehen sie sich als Vertreter Gottes auf Erden. Man sollte diese "Menschen" vor Gericht anklagen und sich überlegen die Anklage auf vorsätzlichen und hinterhältigen Mord auszudehnen. Die Todesstrafe würde keine Anwendung finden, da der Passus der Geisteskrankheit greifen würde.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Umfragewerte: Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Ganze drei Prozent verliert die Union in einer aktuellen Umfrage. Mit nur 32 Prozent Zustimmung muss Merkels Partei sogar aufpassen, nicht von der SPD eingeholt zu werden. Doch aus der Partei kommen optimistische Töne.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International