CDU-Europapolitiker
McAllister fordert Übergangsphase nach Brexit

David McAllister, CDU-Europapolitiker und EU-Parlamentarier, fordert eine Übergangsphase für die Briten nach dem Brexit. Andernfalls drohe ein „Sturz von der Klippe“ für Großbritannien – das gelte es zu verhindern.
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BerlinDer CDU-Europapolitiker David McAllister befürwortet eine Übergangsregelung für die Briten nach deren Ausscheiden aus der EU Ende März 2019. „Ohne Übergangsregeln nach dem 29. März 2019, wenn London die EU verlassen hat, wird es nicht gehen“, sagte der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses im EU-Parlament am Freitag im Deutschlandfunk. Keiner wolle einen „Sturz von der Klippe“, also ins Bodenlose. Das wäre das Schlimmste für die Briten. Er hoffe, dass die britische Seite nach dem Parteitag der Konservativen Anfang Oktober einen klareren Kurs verfolge. London müsse deutlicher gemacht werden, dass das Land erst einmal seine finanziellen Verpflichtungen anzuerkennen und diese zu erfüllen habe. Ohne eine verbindliche Vereinbarung zu den Finanzen werde es nicht weitergehen.

McAllister äußerte sich tief enttäuscht, dass auch die dritte Brexit-Verhandlungsrunde zwischen Großbritannien und der EU ohne greifbare Fortschritte geblieben ist. Solange nicht Klarheit über die Ausstiegsmodalitäten bestehe, bleibe offen, ob im Oktober damit begonnen werden kann, über die Ausgestaltung der künftigen Beziehungen zu sprechen. „Die britische Seite muss liefern, die Uhr tickt“, sagte er. Um den geordneten EU-Ausstieg zum 29. März 2019 vollziehen zu können, müssten die technischen Verhandlungen im Oktober 2018 abgeschlossen sein. „Wir haben jetzt noch knapp ein Jahr Zeit, nicht nur die Eckpunkte des britischen Austritts unter Dach und Fach zu bringen, sondern auch den Rahmen für die politischen Beziehungen zu verhandeln“, erläuterte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " CDU-Europapolitiker: McAllister fordert Übergangsphase nach Brexit"

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  • Das ist vielleicht ein Krampf mit diesem „Brexit“:

    Die Briten wollen ihn jetzt eigentlich doch nicht wirklich, die übrigen Länder auch nicht, aber beide „müssen“.

    Und das alles nur, weil einige Politiker sich veranlasst sahen, unter – na, sagen wir mal, fragwürdigen - Umständen ein populistisches Referendum abzuhalten, dessen Konsequenzen offenbar vorher niemand so richtig bedacht hat, sei es mutwillig oder auch nur aus purer Naivität.

    Mit etwas Phantasie kann man in das Foto zu dem HB-Artikel „Eiszeit in Brüssel“ (heute auf S. 12) ja geradezu Symbolkraft hineininterpretieren: Der eine zeigt den „Vogel“, der andere betet.

    Letzteres tu ich auch. Darum, dass endlich Vernunft einkehrt.

    Statt mit diesem Murks weiter zu machen, sollte man (heißt: alle Bürger) das ganze EU-Projekt mal besser nochmal grundsätzlich neu denken und dann auf ein solideres, unkomplizierteres(!!!), vor allem aber: demokratischeres Fundament stellen, das wirklich jedem die ganz konkreten, großen Vorteile, die er selbst (= persönlich) davon hat, klar vor Augen führt.

    Und zugleich Populisten wirksam daran hindert, auch in Zukunft ihre eigene Bevölkerung - und alle anderen gleich mit - in irgendwelche politischen Abenteuer, die ausschließlich egoistischen partikularen Interessen geschuldet sind, reinzureißen.

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