CEO-Survey von PwC: Deutsche Topmanager sehr zuversichtlich

CEO-Survey von PwC
Deutsche Topmanager sehr zuversichtlich

Manager aus fernöstlichen Schwellenländern glauben fest an das Wachstum ihrer Unternehmen. Auch in Deutschland blicken die Firmen optimistisch in die Zukunft. Das ist nicht überall so: Vor allem Europa ist geteilt in Zuversicht und Skepsis.
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DüsseldorfOptimismus weltweit, beinahe euphorische Stimmung in Asien und Deutschland. So beurteilen Spitzenmanager die Wachstumsaussichten ihrer Unternehmen. Die wirtschaftliche Entwicklung würde damit in den nächsten Jahren weiter auseinander driften: Vor allem Manager aus fernöstlichen Schwellenländern wie Indien, Indonesien oder China glauben fest an das schnelle Wachstum ihrer Unternehmen. In Europa dagegen teilt sich die Welt in Zuversicht und Skepsis. Während drei Viertel der deutschen Führungskräfte die Wachstumsperspektiven für die nächsten drei Jahre „sehr zuversichtlich“ beurteilen, glaubt das in Frankreich und Großbritannien nicht einmal die Hälfte ihrer Kollegen.

Das zeigt der 14. CEO-Survey der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos. Befragt wurden dafür wieder 1200 Unternehmenschefs aus 69 Ländern.

Prioritäten verschieben sich

Die jährliche PwC-Studie beschreibt präzise die Stimmungslage des Treffens in den Schweizer Bergen. Vor zwei Jahren herrschte größte Verunsicherung, im vergangenen Jahr lichteten sich die Nebel. Doch schon damals wurde klar: Einige Regionen kommen schneller aus der Krise als andere.

Den Ton werden in Zukunft nicht mehr allein die westlichen Industriegiganten angeben. In wachsendem Umfang wird der Wettbewerb zwischen Unternehmen aus den Schwellenländern stattfinden. „Früher waren Europa und die USA unsere Hauptexportländer“, sagt Sajjan Jindal, Managing Director des indischen Stahlkonzerns JSW Steel. Heute spielten Lateinamerika und Afrika die entscheidende Rolle.

Nicht nur bei den regionalen, auch bei den strategischen Prioritäten zeigt die Umfrage erhebliche Unterschiede auf. Aus Sicht deutscher Manager ist die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen besonders wichtig. 39 Prozent nennen diesen Punkt, gegenüber 29 Prozent weltweit. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte, sagt beispielsweise Eon-Chef Johannes Teyssen, habe er einen Vorstand speziell für Technologie und Innovation ernannt. Für Teyssen hängt davon die Zukunft des größten deutschen Energiekonzerns ganz maßgeblich ab.

Der Optimismus der führenden Manager über die Wachstumsperspektiven ihrer Unternehmen schlägt sich allerdings noch nicht in einem Beschäftigungsboom nieder. Im Gegenteil: Zwei Drittel der Befragten planen weitere Rationalisierungsmaßnahmen in 2011. Nur in Deutschland dürfte sich die sehr positive Einschätzung auch auf dem Arbeitsmarkt positiv niederschlagen: Hier wollen die Topmanager ihre Belegschaften ausbauen – wenn auch vorsichtig, das heißt im einstelligen Prozentbereich. Das hat seinen Grund. Viele Manager trauen den sonnigen Perspektiven nicht so recht. Größte Angst haben sie vor erneuten Erschütterungen der Finanzmärkte.


Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

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