Cepal kritisiert mangelnde Qualität der Direktinvestitionen
Brasilien und Mexiko locken am meisten

Ausländische Konzerne investierten im Vorjahr 56 Mrd. Dollar in Lateinamerika, 44 Prozent mehr als 2003, wie die Cepal, die Uno-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik, ausgerechnet hat.

HB abu/keh SÃO PAULO/MEXIKO-STADT. Zwar hat Lateinamerika damit noch nicht den Durchschnitt der zweiten Hälfte der neunziger Jahre erreicht, als jährlich rund 71 Mrd. Dollar in die Region flossen.

Doch José Luis Machinea, Generalsekretär der Cepal in Santiago, rechnet damit, dass der ausländische Kapitalzufluss anhalten wird: „Die Exportsektoren Lateinamerikas sind konkurrenzfähig und die Rohstoffnachfrage hält an.“ Das Gros ausländischer Direktinvestitionen floss nach Brasilien (18 Mrd. Dollar) und Mexiko (17 Mrd.). Chile erhielt mit acht Mrd. Dollar deutlich mehr als im Durchschnitt der letzten Dekade. An vierter Stelle steht Kolumbien (2,4 Mrd. Dollar) mit einem Plus von 34 Prozent.

Trotz der guten Zahlen kritisiert die Cepal aber die „mangelnde Qualität der Direktinvestitionen“, die zu wenig zur anhaltenden Entwicklung der Region beitragen würden. Die ausländischen Investoren hätten immer noch vor allem einheimische Märkte im Blick. Das gilt vor allem für Brasilien: Internationale Konzerne investierten vor allem in den Branchen Lebensmittel, Getränke, Telekom und Einzelhandel. In Mexiko gehörte der Finanzsektor zu den größten Empfängern. Allein 4,5 Mrd. Dollar überwies das spanische Bankhaus BBVA für die restlichen Anteile an der Bank Bancomer. „Die Länder müssen sich stärker um Investitionen für die Infrastruktur und die Exportbranche kümmern“, fordert Cepal-Ökonom Michael Mortimore. In Chile, aber auch in Mexiko, gelingt das recht gut: So floss 2004 mit 8,2 Mrd. Dollar der Löwenanteil der Direktinvestitionen in die verarbeitende Industrie und stärkte damit den Exportsektor, Mexikos kräftigsten Wirtschaftszweig.

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