Chance für Irak gesehen
Festnahme Husseins international begrüßt

Staats- und Regierungschefs in aller Welt haben die Festnahme des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein begrüßt. Sie hofften, dass es nun weniger Anschläge geben werde, sagten sie.

HB BERLIN/PARIS/ROM/TOKIO. Der britische Premierminister Tony Blair hat seiner Freude über die Festnahme von Saddam Hussein Ausdruck verliehen. Blair erfuhr als einer der ersten von der erfolgreichen Aktion, bei der der Diktator am Samstagabend gefasst worden war. Das sei eine sehr gute Nachricht, sagte Blair. Der Wiederaufbau müsse nun mit allen Kräften vorangetrieben werden. Für das irakische Volk sei ein Albtraum beendet, so Blair.

Bundes-Außenminister Joschka Fischer sagte am Sonntag vor Journalisten in Berlin, der „brutale Diktator“ werde nun seiner gerechten Strafe zugeführt. Zugleich bestehe die Chance, „dass die Gewalt im Irak abnimmt und der Terror zum Stillstand kommt“. Außerdem könne die Übertragung der Souveränität von den USA auf die Iraker nun möglicherweise schneller vollzogen werden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat US-Präsident George W. Bush zur Festnahme von Saddam Hussein im Irak gratuliert. „Mit großer Freude habe ich von der Festnahme von Saddam Hussein erfahren. Ich beglückwünsche Sie zu dieser erfolgreichen Aktion“, schrieb der Kanzler am Sonntag an Bush. Saddam habe „unsägliches Leid“ über sein Volk und die ganze Region gebracht. Er hoffe, „dass seine Festnahme die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zum Wiederaufbau und zur Stabilisierung des Irak fördern wird“.

Die Festnahme des gestürzten irakischen Präsidenten wird nach Einschätzung des irakischen Außenministers Hoschijar Sebari wohl dramatische Auswirkungen auf die Sicherheitslage im Irak haben. „Ich glaube das wird einen dramatischen Effekt auf die Sicherheit im Irak haben“, sagte Sebari am Sonntag dem BBC-Fernsehen von Paris aus. „Das ist die glücklichste Nachricht, die beste Nachricht. Wir haben darauf so lange gewartet“, sagte der Minister. „Das wird enorme Auswirkungen auf die Moral seiner Gefolgsleute haben, die möglicherweise die Illusion hegten, er würde zurückkehren. Die Menschen werden eher bereit sein, beim Wiederaufbau des Irak zusammenzuarbeiten“, erklärte Sebari.

Der Chef des irakischen Nationalkongresses, Ahmad Chalabi, kündigte unterdessen an, Saddam werde in naher Zukunft dem irakischen Volk übergeben, um ihn vor Gericht zu stellen. Auf Fragen, ob der in seiner Heimatstadt Tikrit festgenommene Saddam dem irakischen Volk übergebe werde, antwortete er im BBC-Radio: „Ja. Es wird nicht sehr lange dauern, bis eine Gerichtsverhandlung vorbereitet ist“.

Nato-Generalsekretär George Robertson hat die Festnahme des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein begrüßt. Sie sei sehr wichtig für den Wiederaufbau in Irak, sagte seine Sprecherin. Nun habe die Demokratie eine Chance. Er hoffe, dass es nun auch weniger Angriffe auf US-Soldaten geben werde.

Auch der französische Staatspräsident Jacques Chirac ließ mitteilen, dass er nun bessere Chancen für Demokratie und Stabilität in Irak sehe.

Der italienische Außenminister und EU-Ratsvorsitzende Franco Frattini hat die Festnahme des ehemaligen irakischen Machthabers als die „entscheidende Wende im Kampf gegen die Guerilla“ bezeichnet. „Die Gefangennahme des Diktators ist offensichtlich der entscheidende Schlag gegen die todbringende irakische Guerilla“, sagte Frattini. Den Truppen der internationalen Koalition im Irak sei der Beweis gelungen, dass sie Saddam als Symbol des irakischen Terrors gestürzt hätten, fügte er in einem Interview mit dem italienischen Rundfunk hinzu. Italien unterstützt die USA und Großbritannien im Irak mit rund 3000 Soldaten.

Die japanische Regierung hat die Festnahme Saddam Husseins ebenfalls begrüßt. Regierungssprecher Yasuo Fukuda sagte Sonntagnacht (Ortszeit) in einer Stellungnahme, die Festnahme Saddams sei ein „großer Schritt des Sieges für die internationale Gemeinschaft“, die sich damit abmühe, den Irak zu befreien und wieder aufzubauen. Die japanische Regierung hatte kürzlich beschlossen, eigene Soldaten zum Wiederaufbau des Zweistromlandes zu entsenden. Ein Zeitpunkt steht aber noch nicht fest. Am Sonntag demonstrierten Tausende in Japan gegen die heftig umstrittenen Entsendungspläne der Regierung.

Auch der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar begrüßte die Nachricht. Seine Außenministerin Ana Palacio sprach von einem "großen Tag für die Menschheit". "Der schreckliche Schatten dieses blutigen Diktators wird verschwinden", sagte Palacio. Der australische Außenminister Alexander Downer erklärte, die Verhaftung des Exdiktators berge "das Potenzial, die Situation vor Ort zu ändern".

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