Chancen für Edwards und Clark
Kerry bleibt auf Erfolgskurs

Senator John Kerry ist wie erwartet klarer Gewinner der Vorwahlen für die demokratische Präsidentschaftskandidatur in sieben US-Bundesstaaten.

HB WASHINGTON. „Nun werden wir diese Kampagne ... für ein stärkeres, faireres und wohlhabenderes Amerika in jeden Teil Amerikas tragen“, sagte Kerry am Dienstag vor jubelnden Anhägern in Seattle. „Wir werden nichts als selbstverständlich hinnehmen, wir werden überall kämpfen und im November werden wir George W. Bush schlagen.“ Seine Mitbewerber John Edwards und Wesley Clark gewannen am Dienstag die Vorwahlen in jeweils einem der sieben Staaten, in denen abgestimmt wurde. Der demokratische Herausforderer von Präsident George W. Bush wird Ende Juli auf einem Parteitag in Boston nominiert.

Der Senator von Connecticut, Joseph Lieberman, gab seine Kandidatur nach einer erneuten Wahlschlappe auf. Ex-Gouverneur Howard Dean, der in keinem der Rennen über den dritten Platz hinaus kam, kündigte an, trotzdem „weiter und weiter und weiter“ machen zu wollen.

Kerry gewann die Vorwahlen in Missouri, Arizona, Delaware, North Dakota und New Mexico. Zuvor hatte der 60-jährige Vietnamkriegs-Veteran auch die Vorwahlen in Iowa und New Hampshire für sich entschieden. Kerry gilt als Politiker, der insbesondere die politische Mitte für sich gewinnen kann. Umfragen zufolge hätte er derzeit gute Chancen, sich bei der Präsidentenwahl gegen Bush durchzusetzen. In einer Umfrage von USA Today/CNN/Gallup führt Kerry gegenüber Bush mit 53 zu 46 %.

Der Ex-General und frühere Oberkommandierende der Nato in Europa, Clark, setzte sich bei der Vorwahl in Oklahoma knapp gegen den Senator von North Carolina, Edwards, durch. „Als alter Soldat aus Arkansas könnte ich nicht stolzer über ihre Unterstützung in der ersten Wahl sein, die ich gewonnen habe“, sagte Clark. Edwards erzielte seinen ersten Sieg bei einer Vorwahl in South Carolina, wo er geboren wurde. „Heute Abend haben Sie entschieden, dass die Politik, die Menschen aufrichtet, die Politik schlägt, die Menschen runterreißt“, kommentierte Edwards den Wahlausgang.

Lieberman, der vor vier Jahren als Vize von Al Gore zur Präsidentenwahl angetreten war, zeigte sich enttäuscht über sein erneut schwaches Abschneiden. „Das Urteil der Wähler ist klar“, sagte Lieberman und kündigte an, nicht weiter kandidieren zu wollen. Der einstige Favorit und scharfzüngige Irak-Kriegskritiker Dean wollte sich hingegen nicht geschlagen geben, obwohl er bereits bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire eine Schlappe erlitten hatte.

Dean und die anderen Rivalen von Kerry dürften den Blick schon auf den 2. März richten, an dem in bevölkerungsreichen Staaten wie New York und Kalifornien die Entscheidungen fallen. An diesem Tag wird ein großer Teil der Delegierten zum Parteikonvent Ende Juli in Boston bestimmt, auf dem die Demokraten ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl nominieren.

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