Charme-Offensive
Porträt: First Lady Laura Bush

Bei seiner Charme-Offensive in Europa setzt US-Präsident George W. Bush auf einen ausgewiesenen Sympathieträger aus dem Weißen Haus: seine Ehefrau Laura. 85 Prozent aller US-Bürger stimmen nach jüngsten Umfragen der Amtsführung der First Lady zu, ein Wert, von dem Ehemann George mit 57 Prozent nur träumen kann. Schon im Wahlkampf nannten US-Medien die 58-Jährige „Bushs beste Waffe“. In die Politik ihres Mannes mischt sich die am 4. November 1946 in Midland geborene Texanerin indessen nicht ein.

HB WASHINGTON. Sie sei nicht Georges Beraterin, sondern dessen Ehefrau, ließ sie wissen. Dennoch hat Laura Bush ihre Nischen gefunden, Herzkrankheiten und Jugendgewalt in Banden beispielsweise. Über die Leseförderung, die lernschwache Schüler vor dem vorzeitigen Schulabbruch bewahren soll, will die Präsidentengattin bei ihrem Besuch im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz sprechen. Als Laura Bush mit ihrem Gatten im Januar 2001 ins Weiße Haus einzog, hafteten ihr Beschreibungen wie bodenständig, brav und konservativ an. Kolumnisten lästerten über Verfehlungen bei Garderobe und Frisur.

Von der Last einer weiteren Wiederwahl ihres Mannes befreit, zieht die First Lady jetzt neue Saiten auf. Ihre eisblaue Schimmerrobe von Modezar Oscar de la Renta auf den Vereidigungsbällen wurde als echter „Hingucker“ gelobt. Auch mit Journalisten spricht sie lockerer. Früher habe sie nicht viel Interesse an Kleidung oder shoppen gehabt, verriet sie dem Nachrichtenmagazin „Newsweek“ vor der Europa-Reise. „Aber jetzt habe ich viele Anziehsachen, und das macht Spaß.“ Sie habe sich verändert und fühle sich in ihrem Job jetzt viel wohler, sagte Bush dem Nachrichtensender CNN.

Schon im Wahlkampf plauderte die First Lady aus dem Nähkästchen - beispielsweise, dass sie vor der Hochzeit 1977 gewusst habe, dass sie mit ihrem Mann bis ans Ende des Lebens lachen könne. „Wir streiten uns nicht über Dinge, wir sind zu lange verheiratet, um viel Zeit mit Streit zu verbringen“, sagte sie. Aber mindestens zwei Mal muss es in der Beziehung mächtig gekracht haben. Das erste Mal, als sie trotz des guten Rates ihrer Schwiegermutter eine Rede ihres Mannes kritisierte und der daraufhin gegen die Garagenwand fuhr. Und beim zweiten Mal stellte sie der Überlieferung nach ihrem Gatten sogar ein Ultimatum: „Jim Beam oder ich.“ Das Ergebnis ist bekannt. George W. schwor Anfang 40 dem Whisky ab und ist seit 18 Jahren trocken. Seit ihrer Kindheit ist die studierte Lehrerin und Bibliothekarin eine Leseratte. Besonders gern liest sie Krimis.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%