Chatami trifft Straw
Iran will gegen El Kaida vorgehen

Der iranische Staatspräsident Mohammed Chatami hat ein entschiedenes Vorgehen gegen die im Lande inhaftierten mutmaßlichen Mitglieder des El-Kaida-Terrornetzes zugesagt.

dpa TEHERAN. In einem Gespräch mit dem britischen Außenminister Jack Straw am Montag in Teheran betonte Chatami nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur IRNA, im Gegenzug erwarte Iran von den westlichen Staaten ein ebensolches Vorgehen gegen andere terroristische Gruppen. Er bezog sich damit auf die Inhaftierung von oppositionellen iranischen Volksmudschahedin Mitte Juni in Frankreich.

Iran hatte im vergangenen Monat erstmals bestätigt, dass El-Kaida- Mitglieder verhaftet worden seien, aber keine Einzelheiten bekannt gegeben. Unkommentiert blieben auch Berichte, wonach etwa 40 dieser Terrorverdächtigen in ihre Heimatländer, vornehmlich Saudi-Arabien, ausgeliefert worden seien.

Im Streit um das iranische Atomprogramm betonte Chatami, sein Land sei ausschließlich an der friedlichen Nutzung der Kernenergie interessiert. Iran sei grundsätzlich bereit, dem Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) beizutreten, das unangekündigte Inspektionen von Atomanlagen erlaubt. Iran erwarte dafür aber Gegenleistungen.

Vorgehen gegen Studenten gerechtfertigt

Der britische Außenminister Straw betonte, die Unterzeichnung des IAEO-Zusatzprotokolls sei eine Forderung der Europäischen Union auch im Bezug auf die zukünftigen Handelsbeziehungen mit Iran. Bereits am Sonntag hatte Straw im Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Kamal Charrasi erklärt, ein Beitritt zum Zusatzuprotokoll würde den Weg zur Aufhebung der Handelssanktionen gegen Iran ebnen.

Chatami verteidigte auch das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte bei den jüngsten Studentenprotesten in Iran, die vom britischen Premierminister Tony Blair als Kampf für Freiheit und Menschenrechte gewürdigt worden waren. Wie überall gebe es auch in Iran politische Meinungsunterschiede. Proteste würden solange respektiert, wie sie sich in legalen Grenzen abspielten. Bei den mehrtägigen Demonstrationen Mitte Juni waren mehr als 4000 Menschen festgenommen worden, von denen die Hälfte noch im Gefängnis sitzt. Die regimekritischen Demonstranten hatten unter anderem den Rücktritt des reformorientierten Präsidenten Chatami gefordert.

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