Chef der Notenbank warnt vor US-Haushaltskrise
Greenspan fordert Bush zum Sparen auf

Der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan hat erneut vor einer Krise in den öffentlichen Finanzen der USA gewarnt. Der Bundeshaushalt befinde sich auf einem „unhaltbaren Weg", sagte Greenspan vor einem Senatsausschuss.

HB/tor NEW YORK. Der Notenbanker sieht Amerika in einem Teufelskreis: Steigende Haushaltsdefizite würden die Zinsen in die Höhe treiben, was wiederum zu höheren Kreditkosten und damit zu weiter wachsenden Defiziten in der Zukunft führe. „Wenn wir diesen Trend nicht umkehren, könnten die Defizite die Wirtschaft zum Stillstand bringen", sagte Greenspan. In diesem Finanzjahr wird das US-Etatdefizit vermutlich 427 Mrd. Dollar oder 3,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen.

Der Chef der Federal Reserve (Fed) hat in den vergangenen Wochen immer wieder vor der Schieflage bei den Staatsfinanzen gewarnt. Hatte Greenspan lange die massiven Steuersenkungen von Präsident George W. Bush fast vorbehaltlos unterstützt, ist er im vergangenen Jahr seiner Amtszeit deutlich härter mit der Fiskalpolitik des Weißen Hauses ins Gericht gegangen. Zugleich unterstützte er jedoch die von Bush geplante Privatisierung der staatlichen Rentenversicherung.

Allerdings sieht der Notenbanker in privaten Rentenkonten weniger ein Allheilmittel um die absehbare Finanzierungslücke für die Renten der Baby-Boom-Generation zu schließen. Für Greenspan ist die Teilprivatisierung vielmehr ein Hebel, um die geringe Sparneigung der Amerikaner zu steigern – und um den Kongress zu Einsparungen bei den Staatsausgaben zu zwingen. „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Maßnahmen wirklich zu einer Steigerung der nationalen Ersparnisse führen", sagte der Fed-Chef.

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