Chilenischer Ex-Diktator
Immunität von Pinochet aufgehoben

Im Zusammenhang mit einem berüchtigten Folter-Zentrum hat das Oberste Gericht in Chile die Immunität des früheren Diktators Augusto Pinochet aufgehoben. Aus Gerichtskreisen in Santiago verlautete darauf am Freitag, nun könne offiziell Anklage gegen Pinochet wegen Mordes, Folter und Menschenrechtsverletzungen erhoben werden.

HB SANTIAGO. Unter Pinochet waren in Chile in dem Gefängnis „Villa Grimaldi“ zwischen 1974 und 1977 Tausende Menschen gefoltert worden. Es war eines der gefürchtetsten Verhörzentren der Geheimpolizei. Dort wurden auch die heutige Präsidentin Michelle Bachelet und ihre Mutter gefoltert, bevor beide vor Pinochets Schergen nach Ostdeutschland ins Exil flohen.

Der heute 90-jährige Pinochet war am 11. September 1973 durch einen Putsch in Chile an die Macht gekommen. Ihm wird die politische Verantwortung für rund 300 Morde an Chilenen und zehntausende Folterfälle während seines Regimes vorgeworfen, das bis 1990 anhielt. 2006 war er zudem der Steuerflucht in Zusammenhang mit auf ausländischen Konten versteckten 27 Millionen Dollar angeklagt worden. Den Ermittlern zufolge sollen er und seine Angehörigen Millionen Dollar auf mehr als 100 Konten außerhalb Chiles beiseite geschafft haben.

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