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10.12.2006 
Militärjunta

Chilenischer Ex-Diktator Pinochet gestorben

Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet ist nach Angaben des Militärkrankenhauses in Santiago gestorben.

Chiles Ex-Diktator Pinochet auf einem Archivfoto vom 11.9.2006. Quelle: ap.Lupe

Chiles Ex-Diktator Pinochet auf einem Archivfoto vom 11.9.2006. Quelle: ap.

HB SANTIAGO. Dort rang der ehemalige Machthaber seit seinem Herzinfarkt vor einer Woche mit dem Tod. Sein Gesundheitszustand habe sich plötzlich drastisch verschlechtert, hieß es. Der einstige General regierte Chile von 1973 bis 1990 mit eiserner Faust als Chef einer Militärjunta. Während dieser Zeit wurden tausende Oppositionelle umgebracht oder verschwanden spurlos. Pinochet wurde deswegen nie vor ein Gericht gestellt.

Der Exdiktator stand zuletzt unter Hausarrest, nachdem gegen ihn Anklage wegen der Entführung und Ermordung von zwei Leibwächtern des von ihm gestürzten Präsidenten Salvador Allende erhoben wurde. An seinem 91. Geburtstag am 25. November hatte er erstmals die volle Verantwortung für die Aktionen seiner Junta in den Jahren 1973 bis 1990 übernommen. Zugleich verteidigte er den Militärputsch zum Sturz des sozialistischen Präsidenten Allende. Damit sei einzig und allein das Ziel verfolgt worden, den Zerfall Chiles zu verhindern, ließ Pinochet erklären.

Die amtliche Zahl der während der Militärherrschaft umgekommenen Oppositionellen beträgt 3.197, Menschenrechtsgruppen setzen sie jedoch weitaus höher an. Tausende wurden willkürlich inhaftiert, gefoltert oder ins Exil gezwungen, darunter auch die heutige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet. Gegen Pinochet liefen weitere Verfahren wegen Verstößen gegen die Menschenrechte sowie wegen Steuerbetrugs.

Auf Grund seines schlechten Gesundheitszustands kam es jedoch nie zu einem Prozess. Am 3. Dezember wurde er nach einem Herzinfarkt in das Militärkrankenhaus eingeliefert, wo er die Sterbesakramente empfing. Mit Hilfe einer Katheter-Behandlung gelang es den Ärzten zunächst, seinen Zustand zu verbessern. Pinochet verließ am Donnerstag die Intensivstation. Am Sonntag verschlechterte sich sein Zustand plötzlich wieder und er wurde auf die Intensivstation zurückgebracht, wie das Krankenhaus mitteilte. Dort starb er am Sonntag um 18.15 Uhr MEZ.

Pinochet litt nach mehreren Schlaganfällen auch an leichter Demenz und war auf einen Herzschrittmacher angewiesen. Zudem hatte er Diabetes und Arthritis.

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