16.01.2006

54-Jährige setzte sich bei Stichwahl durch: Chiles künftige Präsidentin kündigt vorsichtige Marktöffnung an

Die künftige Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, will die verantwortungsvolle Haushaltspolitik der Vorgängerregierungen beibehalten. Innerhalb dieses Rahmens werde sie den Schwerpunkt ihrer Regierungsarbeit auf die Überwindung der Ungleichheit legen, sagte Bachelet dem Handelsblatt.

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DÜSSELDORF. Die 54-Jährige hatte sich am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen ihren konservativen Herausforderer Sebastián Piñera durchgesetzt. Sie ist gleichzeitig das erste gewählte weibliche Staatsoberhaupt in Südamerika.

"Wir brauchen eine Gesellschaft mit mehr und besserer Bildung sowie eine stärkere Unternehmenskultur, die es erlaubt, an den Märkten der Zukunft teilzuhaben und auf deren Ansprüche flexibel zu reagieren", sagte Bachelet.

Sie werde sich vor allem auf die Unternehmensförderung und Chancengleichheit beim Zugang zum Bildungssystem konzentrieren. Eine weitere Priorität der Regierung werde die Reform des gegenwärtigen Rentensystems sein. Bachelet sprach sich dafür aus, die chilenische Wirtschaft weiter zu öffnen, dabei aber den sozialen Zusammenhalt nicht aus den Augen zu verlieren: "In Chile bedarf es mehr Markt und mehr Staat. Mehr Markt, weil viele Wirtschaftssektoren zu stark konzentriert sind, was den Wettbewerb behindert und den Konsumenten schadet. Aber auch mehr Staat, denn wir wissen, dass der Markt sich nicht selbst reguliert. Er hilft nicht denjenigen, die in der Entwicklung zurückbleiben, er schützt nicht von selbst die Umwelt."

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