„China-Afrika-Kooperationsforum“
China umwirbt den Schwarzen Kontinent

In Peking sind seit Tagen Elefanten und Giraffen zu sehen. Zumindest auf überdimensionalen Plakatwänden, die an Prachtstraßen und Plätzen aufgebaut wurden. „Afrika – Mythos und Wunder“ lautet der dazugehörige Slogan. Daneben flattern bunte Fahnen und baumeln rote Lampions. China empfängt Afrika.

PEKING. Am Wochenende findet in der Hauptstadt das „China-Afrika-Kooperationsforum“ statt – eine Mammutveranstaltung, zu der 3 500 Delegierte und rund 40 Staats- und Regierungschefs erwartet werden. So viel Aufmerksamkeit hat das Reich der Mitte dem Schwarzen Kontinent noch nie geschenkt. Doch die Konferenz ist nur ein Spiegelbild der neuen außenpolitischen Bemühungen Pekings. Schon im Frühjahr hatten sowohl Staatspräsident Hu Jintao als auch Premier Wen Jiabao den afrikanischen Kontinent bereist. Und Peking hat 2006 zum „Afrika-Jahr“ ausgerufen.

Kaum ein Land der Welt hat so gute diplomatische Kontakte zu afrikanischen Staaten geknüpft wie die aufstrebende Weltmacht im Osten. In 47 afrikanischen Staaten unterhält die Volksrepublik heute eine Botschaft. Bei der außenpolitischen Charme-Offensive Chinas geht es – wie in Südamerika und Zentralasien – zunächst vor allem um die Sicherung von Rohstoffen. Die Volksrepublik ist seit 2003 zweitgrößter Ölimporteur der Erde; laut Internationaler Energieagentur muss China 2030 achtzig Prozent seines Rohölverbrauchs im Ausland einkaufen.

Noch vor zehn Jahren bekam es sein Importöl aus drei Ländern – dem Jemen, Oman und Indonesien. Heute kauft das Reich der Mitte überall Öl, zunehmend aber in Afrika. So bezahlte der Ölkonzern CNOOC für den Einstieg in einem nigerianischen Ölfeld 2,7 Mrd. Dollar. Angola hat Saudi-Arabien inzwischen als größter Öllieferant Chinas abgelöst; ein Drittel seiner Ölimporte bezieht China heute aus Afrika.

Aber es geht nicht nur um Rohstoffe, der Schwarze Kontinent ist auch wichtiger Absatzmarkt. Nach offiziellen Angaben aus Peking stieg das Handelsvolumen in den vergangenen zehn Jahren von vier auf 40 Mrd. Dollar. 2006 sollen 50 Mrd. Dollar erreicht werden, hat Chinas Vize-Handelsminister Wei Jianguo in Peking angekündigt. China habe Afrika den Fortschritt gebracht „und den Lebensstandard der Afrikaner verbessert“.

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