
PEKING/WASHINGTON/MÜNCHEN. Zwischen China und den USA zeichnen sich Verstimmungen um steigende Militärausgaben der asiatischen Großmacht ab. Während Peking offenbar gezielt Nachrichten von einem Durchbruch bei der Entwicklung eines Tarnkappenbombers streut, weckt ein hochrangiger US-Militär Angst vor den Fähigkeiten eines erstarkten Chinas. Wenige Tage vor dem Besuch von US-Verteidigungsminister Robert Gates in Peking ist auf beiden Seiten eine neue Kontroverse um die Ausstattung des chinesischen Militärs entbrannt.
Denn China versteckt einem durch WikiLeaks veröffentlichten australischen Geheimdienstbericht zufolge den wahren Umfang seiner Aufrüstung. Die Militärausgaben im Jahr 2006 hätten 70 Milliarden Dollar erreicht und seien damit doppelt so hoch wie offiziell angegeben, zitierte die Zeitung „Sydney Morning Herald“ am Freitag aus dem Bericht. Auch das US-Militär geht davon aus, dass die wahren Ausgaben 2009 schon 150 Milliarden Dollar betrugen - statt 78,6 Milliarden Dollar wie offiziell angegeben.
China sei „bereits jetzt eine glaubwürdige Bedrohung“ für die Streitkräfte in der Region. Das Modernisierungsprogramm werde diesen Trend nur noch verstärken. Die militärische Stärke gehe dabei über das hinaus, was China zur Selbstverteidigung benötige. Zudem wird gewarnt, dass die Regierung in Peking ihre militärische Stärke überschätzen und so eine Krise heraufbeschwören könnte.
Die USA wollen dagegen erstmals seit mehr als zehn Jahren ihren Militärhaushalt kürzen. In den kommenden fünf Jahren will das Pentagon 78 Milliarden Dollar einsparen, wie Verteidigungsminister Robert Gates in Washington ankündigte. Erreicht werden soll das Sparziel mit einer Verringerung der Zahl der Bodentruppen, höheren eigenen Krankenkassenbeiträgen der Soldaten im Ruhestand und deren Familien sowie anderen politisch unpopulären Maßnahmen.
Das Gros der Kürzungen soll erst 2015 erfolgen, wenn der US-Einsatz in Afghanistan nach bisheriger Planung weitgehend beendet sein soll. Dann sollen 27.000 Soldaten des Heeres und bis zu 20.000 Marineinfanteristen aus dem Dienst entlassen werden, um bis zu sechs Milliarden Dollar einzusparen. Außerdem soll das Militärhauptquartier in Norfolk, Virginia, geschlossen werden.
Liebe Redaktion !
Lassen Sie bitte die Kirche im Dorf.Bauen Sie kein neues Schreckgespenst auf.Selbst wenn China 150 Milliarden Dollar in den Rüstungshaushalt steckt, hinkt es weit hinter den USA hinterher, die für ihre Verteidigung seit Jahren das Dreifache ausgeben.
Es ist richtig, dass die chinesische Marineaufrüstung für die Nachbarn bedrohlich ist, zumal es Streit um die Spratly und Paracel-Inseln gibt.Deshalb suchen Vietnam, Japan und Indien die Zusammenarbeit mit den USA - auch die militärische.
Also kein Anlass zur Entwarnung, sondern der Hinweis auf das richtige Augenmaß.
Die USA bleiben auf absehbare Zeit die Militärmacht Nr.1 - auch im asiatisch-pazifischen Raum.
Ihr Hohenzoller
ich erinnere mich an einen Artikel in einer chinesischen Zeitung von vor einigen Jahren (Huanqiu Ribao?) ueber Reagans Star-Wars-Programm (den Raketenschutzschild) in den 80er Jahren. Das Programm wurde als riesengrosser bluff bezeichnet, mit dem Ziel, Russland in einen ruinoesen Ruestungswettlauf zu treiben, was ja auch funktioniert habe. Wenn man bedenkt, das der Schutzschild bis heute nicht funktioniert, koennte da auch was dran sein.
Warum sollten die Chinesen den gleichen Trick nicht auch einmal versuchen? Woher weiss man denn, dass der chinesische Stealth-bomber, der einem russischen Vorbild so verblueffend aehnlich sieht, wirklich kann, was behauptet wird?
Gut erkannt, deshalb ist es ja Made aus Germany
9 Kommentare
Alle Kommentare lesen