China empört
USA schießen Spionagesatelliten ab

Die USA haben einen außer Kontrolle geratenen Spionagesatelliten abgeschossen. Er war mit hochgiftigem Treibstoff beladen und drohte auf die Erde abzustürzen. China ist über die Aktion der Amerikaner trotzdem empört.

HB WASHINGTON. Eine vom Kriegsschiff „USS Lake Erie“ abgefeuerte Rakete habe den Satelliten getroffen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Zu diesem Zeitpunkt habe der Satellit kurz davor gestanden, in die Erdatmosphäre einzutreten. Durch den seit langem geplanten Abschuss sollte nach US-Angaben verhindert werden, dass hochgiftige Gase aus dem Treibstofftank auf die Erde gelangen.

Das US-Militär hatte mit dem Schritt bis zur Landung der Raumfähre „Atlantis“ am Mittwoch gewartet. Die Satellitentrümmer hätten das Shuttle sonst bei seinem Wiedereintritt in die Atmosphäre gefährden können.

Sensoren zu Land, See und in der Luft hätten bestätigt, dass die SM-3-Rakete den Satelliten getroffen habe, teilte das Ministerium weiter mit. Das Geschoss sei vom Pazifik aus abgefeuert worden. Der Satellit, der etwa so groß wie ein Bus war, sei in einer relativ geringen Höhe von 247 Kilometern getroffen worden und habe sich in seinen letzten Umlaufbahnen vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre befunden. In den folgenden 24 bis 48 Stunden werde nun der überwiegende Teil der Trümmer in die Erdatmosphäre eintreten und dabei vollständig verglühen, hieß es weiter. Die übrigen Teile sollten die Atmosphäre binnen 40 Tagen erreichen.

Das Verteidigungsministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, Präsident George W. Bush habe den Abschuss angeordnet. So solle verhindert werden, dass bei einem Eintritt des gesamten Satelliten in die Erdatmosphäre giftiges Hydrazin aus dem Treibstofftank auf die Erde gelangt. Russland und China haben sich besorgt über den Abschuss geäußert. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte kritisiert, tatsächlich könnten damit Tests einer neuen Weltraumwaffe verschleiert werden.

China sorgt sich indes über mögliche Schäden durch den Abschuss des Satelliten. Der Sprecher des Außenministeriums, Liu Jianchao, forderte die USA auf, die internationale Gemeinschaft „umgehend“ mit notwendigen Informationen zu versorgen, damit diese vorbeugende Maßnahmen ergreifen könnten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%