China
Gefährliche Überraschungen für Unternehmen

Keine anderes Land hat eine so große Bedeutung für die Wachstumschancen eines Unternehmens wie China. Doch das Reich der Mitte hält für ausländische Firmen Tücken bereit, die auf dem europäischen Markt undenkbar wären.
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PekingChina ist für viele westliche Unternehmen als Geschäftspartner ohne Alternative. Es wächst unter den großen Volkswirtschaften weiterhin am schnellsten und ist bereits Deutschlands wichtigster Handelspartner außerhalb der EU. Auf den ersten Blick erscheint der Deal mit China als ein gutes Geschäft - man tauscht westliche Technologie gegen chinesische Marktanteile.

Aber die Chinesen können sich aussuchen, von wem sie die Technologie bekommen. Die westlichen Unternehmen hingegen brauchen alle den riesigen Markt für ihr Wachstum. Deshalb kämpfen die Chinesen schon mal mit harten Bandagen, ohne dass sich die Welt entrüstet abwendet. Sie ändern dann einfach die Spielregeln während des Spiels. Deshalb birgt der Markt weiterhin große Risiken, obwohl in den meisten Bereichen das Geschäftsleben bereits internationalen Standards entspricht. Ein großes Problem besteht weiterhin darin, dass sich die roten Linien zwischen dem, was übliche Praxis ist und was streng bestraft wird, jede Minute verschieben können.

Die Gerichte behandeln Delikte zudem nicht einheitlich, sondern je nach politischer Wetterlage. Ein Klassiker: Der von dem koreanischen Hersteller Daewoo produzierte Kleinwagen Matiz tauchte in identischer Version in China als Fahrzeug des einheimischen Herstellers Chery auf, nun hieß er QQ. Als General Motors, das Daewoo inzwischen übernommen hat, dagegen klagte, fragte der Richter im Hinterzimmer: Sie haben doch Gemeinschaftsunternehmen in China - wollen Sie den Fall wirklich gewinnen? Der QQ wird heute in Amerika verkauft. Aber die Chinesen gehen auch miteinander sehr ruppig um. So ist Bestechung zwar weit verbreitet und für manchen Geschäftsabschluss vielleicht auch notwendig, sie kann jedoch sehr plötzlich zu harten Strafen führen. Der Atommanager Jian Xinsheng etwa musste 20 Jahre ins Gefängnis, weil er dem französischen Nuklearkonzern Areva vor einer Ausschreibung wichtige Hintergründe gesteckt haben soll.

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Risiken, die auf dem europäischen Markt nicht vorstellbar sind

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