China lehnt mehr Druck ab
USA kommen Nordkorea entgegen

Die USA sind im Atomstreit mit Nordkorea auf zwei Forderungen des kommunistischen Landes eingegangen. Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete Nordkorea am Montagabend als souveränes Land. Die USA hätten keinerlei Absicht, das Land anzugreifen.

HB WASHINGTON/SEOUL. Das Außenministerium in Washington stellte neue direkte Kontakte mit Pjöngjang im Rahmen der zurzeit von Nordkorea ausgesetzten Sechs- Länder-Gespräche über die Beendigung des Atomprogramms in Aussicht. Peking äußerte sich am Dienstag besorgt über die Lage, schloss Sanktionen gegen Pjöngjang aber aus.

In einem Gespräch mit dem US-Sender CNN sagte Rice am Montag: „Wir haben nicht die Absicht, Nordkorea anzugreifen oder einzumarschieren.“ Außenamtssprecher Tom Casey sagte, die US- Regierung habe im Rahmen der Sechs-Länder-Gespräche schon immer auch bilateral mit den Verhandlungspartnern gesprochen. Solche Kontakte seien aber erst wieder möglich, wenn Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückkehre. Nordkorea hatte direkte Kontakte und die Anerkennung als souveräner Staat gefordert, will aber ein bilaterales Gespräch, bevor es über eine Rückkehr zu den Sechser- Gsprächen entscheidet.

Das Außenministerium in Peking äußerte sich mit Blick auf einen möglichen Atomtest „sehr besorgt“. Der Sprecher des Ministeriums, Liu Jianchao, bekräftigte am Dienstag aber den Widerstand Pekings gegen Forderungen, die Lieferung von Öl- oder Nahrungsmitteln zu unterbrechen und Nordkorea damit unter Druck zu setzen oder Sanktionen zu verhängen. Er reagierte auf Presseberichte, denen zufolge die USA „technische“ Unterbrechungen chinesischer Energielieferungen vorgeschlagen haben. Auf Fragen, ob sich der Weltsicherheitsrat mit der Atomfrage beschäftigen solle, sagte der Sprecher, China halte die Sechser-Gespräche für den besten Rahmen.

Die staatliche nordkoreanische Zeitung „Rodong Sinmun“ beschuldigte die USA am Dienstag, Nordkorea als „nuklearen Kriminellen“ hinzustellen, damit sie das Regime im Pjöngjang stürzen könnten. „Die USA machen viel Lärm, indem sie sagen, sie hätten die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), Japan und andere Länder über ihre Meinung informiert, dass unser Land vielleicht einen unterirdischen Atomtest im Juni durchführen wird“, hieß es in dem Artikel. Das Land hatte im Februar offiziell erklärt, Atomwaffen zu besitzen.

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