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China: Lokomotive der Weltkonjunktur steht wieder unter Dampf

Die Maßnahmen der Regierung in Peking tragen Früchte: Nach sieben Quartalen Abwärtstrend hat Chinas Wirtschaft die Wende geschafft. Das Inlandsprodukt der Volksrepublik zieht wieder an und verspricht weiter zu steigen.

Für Chinas Wirtschaft gibt es genügend Aufträge. Quelle: dapd
Für Chinas Wirtschaft gibt es genügend Aufträge. Quelle: dapd

PekingDie chinesische Wirtschaft wächst wieder stärker. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist das Inlandsprodukt offiziellen Zahlen zufolge um 7,9 Prozent gestiegen. Nach sieben Quartalen sinkenden Wachstums bedeutete das einen lange erwarteten Anstieg: „Die Wirtschaftsaktivität hat sich insgesamt stabilisiert“, sagte Ma Jiantang, ein Ökonom des Nationalen Statistikamtes, am Freitag in Peking.

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Im Gesamtjahr war die Wirtschaft zwar nur um 7,8 Prozent gewachsen, was den schwächsten Wert seit 13 Jahren markiert. Doch der Durchhänger hatte sich lange abgezeichnet: Nach einem unerwartet starken Boom infolge üppiger Konjunkturprogramme 2009/10 gilt die Abkühlung als nötige Korrektur.

Wirtschaftsleistung Chinas Wachstum schwindet

Die chinesische Wirtschaftsleistung hat 2012 um 7,7 Prozent zugelegt.

Für das laufende Jahr erwarten Experten nun wieder einen Wert über acht Prozent. „Es gibt Anzeichen für energischere Wirtschaftsreformen“, sagt Ökonom Ma Jun von der Deutschen Bank in Hongkong. Das werde Früchte tragen: Die Talsohle sei bereits seit Monaten überschritten, jetzt gehe es bergauf. Die Regierung hat zuletzt die Kreditvergabe ausgeweitet und neue Bauprojekte angeschoben – das spült Geld in die Kassen der Unternehmen.

Die global zweitgrößte Volkswirtschaft wird damit auch ihrer Rolle als Schwungrad der Weltkonjunktur wieder gerecht. Im Dezember waren die chinesischen Importe um sechs Prozent gestiegen, was gerade dem wichtigsten Handelspartner des Landes zugute kommt: Europa. Deutsche Autos, italienische Luxushandtaschen oder Schweizer Uhren waren wieder extrem gefragt. Die Ausfuhr von Olivenöl aus Spanien, Italien und Griechenland nach China legte im vergangenen Jahr um 38 Prozent zu.

Studie Das sind die wertvollsten Unternehmen Chinas

  • Studie: Das sind die wertvollsten Unternehmen Chinas
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Die Gefahr einer „harten Landung“ nach einer Überhitzung im Jahr 2010 ist mit den aktuellen Daten vom Tisch. Im März übernimmt der kommende Präsident Xi Jinping offiziell sein Amt – und er will im ersten Jahr gute Zahlen vorweisen. Als Wirtschaft mit etwa fünfzig Prozent Staatsanteil kann China viel machen, um die Konjunktur in Schwung zu halten. Peking kann die Banken beispielsweise einfach auffordern, hohe Summen in bestimmte Regionen oder Branchen zu pumpen.

  • 18.01.2013, 09:29 UhrBuerge-r

    " Die Regierung hat zuletzt die Kreditvergabe ausgeweitet und neue Bauprojekte angeschoben – das spült Geld in die Kassen der Unternehmen. "

    Noch eine Strohfeuer-Ökonomie, die sich abhängig vom Doping macht und Kredite ausreicht, die wirtschaftlich gar nicht refinanziert werden können. Wenn das weltwirtschaftliche System Armstrong dann zusammenbricht, wird es ein böse depressives Erwachen geben und ein Kampf in wessen Volkswirtschaft die ganzen Kapitalfehlallokatiionen abgeschrieben werden. Krieg in der einen oder anderen Form dürfte dann unausweichlich. Wir Menschen sind pubertär halbstarke Idioten! Statt zivilisatorisch zu wachsen - es gibt mehr als genug potential - machen wir einen auf Schwarzenegger...

  • 18.01.2013, 09:49 Uhrsteuerhilfe.net

    Als wenn diese Daten in dem von kapitalistischen, korrupten Kommunisten regierten Land, nicht gefälscht wären.

  • 18.01.2013, 10:06 Uhrkeeper

    "Im vergangenen Jahr allein hat China knapp 12 Millionen Arbeitsplätze in den Zentren geschaffen."

    ... bei einer Landflucht von 20-30 Mio p.a. ist dann auch klar, warum China mindestens 8% Wachstum braucht:
    In China bilden sich soziale Spannungen sondersgleichen...

    Der Chinese akzeptiert seine Armut nicht.
    Und ein Abrutschen ist völlig inakzeptabel.


    Pulverfass China: man darf gespannt sein.

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