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China: Obama macht mit Handelskrieg Ernst

Der Schlagabtausch zwischen Washington und Peking wird heftiger: Amerika erhebt einen Sonderzoll auf chinesisches Aluminium. Damit ist zu befürchten, dass die Wirtschaftsmächte sich gegenseitig zu immer neuen Sanktionen hochschaukeln. Wenn die Kämpfe weitergehen, leidet der gesamte Welthandel.

Riskiert einen Konflikt mit der asiatischen Wachstumsmacht: Präsident Barack Obama. Quelle: dpa
Riskiert einen Konflikt mit der asiatischen Wachstumsmacht: Präsident Barack Obama. Quelle: dpa

HB PEKING. Die USA erheben einen Sonderzoll von 59,31 Prozent auf Spezial-Aluminium aus China. Der zusätzliche Zoll soll Dumping-Preise der dortigen Produzenten ausgleichen, teilte das US-Handelsministerium am Freitag mit.

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Einmal mehr hat sich damit in Washington die mächtige Stahlgewerkschaft der USA gegen die Befürworter freien Handels durchgesetzt. Die Interessenvertreter erhöhen derzeit ihren Druck auf die US-Regierung, ihren Heimatmarkt vor billigen Importen aus Fernost zu schützen.

Die Lobbyisten finden bei Präsident Barack Obama derzeit ein offenes Ohr: Er hat in den vergangenen Wochen die Einfuhrabgaben für zahlreiche chinesische Produkte heraufgesetzt. Der Begründung ist immer die gleich: Die asiatischen Anbieter verkaufen angeblich alle unter Preis.

Das seit Freitag zusätzlich besteuerte Aluminium kommt in der Fahrzeugherstellung, in den Bauindustrie und in Hochtechnik-Produkten wie Solarmodulen zum Einsatz. Anfang der Woche hatten die USA Sonderzölle auf Kupferrohre aus China erhoben. Der Schritt hatte schwere Auswirkungen auf die chinesischen Produzenten. "Wir haben keine Wahl und müssen die Ausfuhr in die USA einstellen", sagte Zhao Chongwei von Chinalco Luoyang Copper gegenüber chinesischen Medien.

Die Marge chinesischer Hersteller liegt meist nur um fünf Prozent - einen Sonderzoll von 60 Prozent kann die Industrie nicht verkraften. Die Strafen der USA für angebliches Dumping kommen zu den ohnehin vorhandenen Zöllen hinzu.

Präsident Obama steht derzeit unter Druck, wirtschaftspolitische Erfolge vorzuweisen. Knapp zwei Jahre nach seinem Amtsantritt hängen die US-Unternehmen immer noch in den Seilen. Das Wahlvolk ist mit dem Abschneiden des einstigen Hoffnungsträgers unzufrieden - und demnächst stehen im ganzen Land Urnengänge an.

  • 13.11.2010, 18:58 UhrAnonymer Benutzer: Margrit Steer

    so lächerlich finde ich das gar nicht
    Mich stört es auch, dass die EU jeden Scheiß aus China in den europ. Markt läßt. Giftverseuchtes Kinderspielzeug braucht kein Mensch und dafür gehen deutschen Firmen platt.
    Das hat mit freiem Welthandel nichts mehr zu tun

    ich würde noch viel weiter gehen: Deutsche Firmen die meinen, sie müßten nur noch in Asien und sonstowo ihre Klamotten herstellen und hier werden ganze Textilfabriken geschlossen, würde ich mit hohen Einfuhrzöllen belegen, wenn sie ihre Waren einführen wollen.
    Mal sehen, ob sich dann die Auslandsproduktion noch lohnt

  • 29.10.2010, 12:28 UhrAnonymer Benutzer: Daniel B.

    @Daniel A.
    Lächerlich! Wir sind Exportnation. Demnächst kommt Obama auf die idee und belegt Produkte aus DE mit Strafzöllen.

  • 29.10.2010, 10:58 UhrAnonymer Benutzer: Daniel A.

    Richtig so!
    Hoffentlich hat die Merkel nun genug Mumm zu folgen ...

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