China
Peking schließt wegen Überproduktion 1000 Bergwerke

China kämpft mit massiven Überkapazitäten in der Wirtschaft. Das Land produziert in vielen Bereichen weit über den Bedarf hinaus. Die Lage hat sich zuletzt noch verschärft – und beunruhigt europäische Unternehmen.

PekingIm Zuge der Konjunkturabkühlung will China noch dieses Jahr mehr als 1000 Kohle-Bergwerke schließen. Dies sei Teil einer Strategie, die Überkapazitäten in dem Sektor abzubauen, teilten die Behörden am Montag mit. Die Gruben können maximal 60 Millionen Tonnen fördern. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre soll die Produktion um insgesamt 500 Millionen Tonnen gedrosselt werden.

Im Bergbau, aber auch in der Stahl- und Zementindustrie, wird im Reich der Mitte weit über den Bedarf hinaus produziert. Für Massenstahl hat die Führung in Peking bereits ebenfalls drastische Kürzungen in der Fertigung im Volumen von bis zu 150 Millionen Tonnen beschlossen. Die EU hatte jüngst zum Schutz der eigenen Stahlindustrie auf bestimmte Sorten des Werkstoffs aus China Anti-Dumping-Zölle beschlossen.

Europäische Unternehmen betrachten die massiven Überkapazitäten der chinesischen Industrie mit zunehmend großer Sorge. „Wir sind in einer viel schlechteren Position als zuvor“, sagte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China am Montag bei der Vorlage einer neuen Studie zum Thema. Demnach sind die Überkapazitäten praktisch aller wichtigen Industrien Chinas in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das bedeutet: Fabriken betreiben mehr Produktionsanlagen und beschäftigen viel mehr Personal, als eigentlich notwendig wäre.

Laut Wuttke werde sich die Situation wegen des wirtschaftlichen Abschwungs in China eher noch verschärfen. Die Zentralregierung in Peking habe zwar schon vor Jahren damit begonnen, Maßnahmen gegen die steigenden Überkapazitäten zu beschließen. Viele Lokalregierungen würden sich jedoch weigern, die neue Regeln auch umzusetzen oder nach Wegen suchen, sie zu umgehen.

Provinzen und Städte, die von den betroffenen Industrien abhängig sind, wollen demnach um jeden Preis Fabrikschließungen und Massenentlassung verhindern. Viele Staatsunternehmen könnten den Betrieb dabei nur noch mit Hilfe immer neuer Kredite aufrechterhalten. „Dieser Protektionismus muss enden“, sagte Wuttke. „Je länger China warten, desto größer wird das Problem.“

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Die Überkapazitäten haben sich in den vergangenen Jahren verdreifacht

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