China scheut weder Kosten noch Risiken
Peking bohrt nach Öl um jeden Preis

Ob Kanada, Venezuela oder Kasachstan: Chinesische Ölfirmen tauchen heute überall auf, wo es sich lohnt, nach dem Rohstoff zu bohren. Deer Durst nach dem schwarzen Gold wird im Reich der Mitte immer größer. Schon jetzt liegt China unter den Ölverbrauchern weltweit auf Rang zwei hinter den USA. Die Bush-Regierung sucht nun nach Möglichkeiten, Peking das Geschäft zu vermiesen.

DÜSSELDORF. Zwar gibt es auch in China eine Menge Öl: Nach Zahlen von Exxon-Mobil verfügt die Volksrepublik mit rund 18 Milliarden Barrel über die größten Reserven Asiens (ein Barrel entspricht 159 Liter). Doch unter den Top Ten in der Welt liegt China damit nicht, und die Reserven sind noch lange nicht erschlossen. Jahr für Jahr benötigt die Volksrepublik aber mehr Rohöl.

Weltweit hat sich China unter den Ölverbrauchern auf Rang zwei hinter den USA geschoben. Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) steigt die Ölnachfrage im Land bis 2030 durchschnittlich um 3,4 Prozent im Jahr. Für 2020 schätzt die IEA einen täglichen Bedarf von 13,3 Millionen Barrel – das ist etwas mehr, als das größte Opec-Förderland Saudi-Arabien heute täglich produzieren könnte. Chinas eigene Kapazität wird aber nach Ansicht des Branchendienstes Energy Intelligence höchstens vier Millionen Barrel täglich erreichen.

Der unstillbare chinesische Appetit auf Öl und andere Rohstoffe schlägt sich daher in Pekings Außen- und Sicherheitspolitik direkt nieder. Chinesische Firmen haben in den vergangenen Jahren flankiert durch die Regierung mehrere Milliarden Dollar in die Ölerschließung in Angola, Gabun, Indonesien, Venezuela oder Sudan investiert.

Peking hat die Energieriesen im Lande 1998 weitgehend neu organisiert. Geblieben sind die staatliche China National Petroleum Corp. (CNPC), zu der auch Petrochina gehört, die China Petrochemical Corp. (Sinopec) und China National Offshore Oil Corp. (CNOOC), die sich nun als erste chinesische Ölfirma mit dem Gebot für den US-Konzern Unocal an einer internationalen Übernahme versucht. Während CNPC weltweit in über 25 Ländern vertreten ist, produziert CNOOC außerhalb Chinas nur noch in Indonesien.

Bei ihrer internationalen Expansion scheuen die chinesischen Konzerne keine Kosten. So kaufte zum Beispiel CNPC vor zwei Jahren zwei aserbaidschanische Ölfelder für 52 Millionen Dollar – nach Schätzung von Energy Intelligence waren dies rund 20 Millionen mehr als das zweithöchste Angebot. Neben den Kosten scheut die Volksrepublik keine politischen Risiken bei der Jagd nach Rohstoffen und wird auch dort aktiv, wo amerikanischen und anderen westlichen Firmen der Zugang verwehrt ist: zum Beispiel Iran, das Land mit den drittgrößten Ölreserven der Welt.

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