China und die Korruption
Ranghoher Diplomat suspendiert

Chinas Präsident Xi Jinping hatte zu seinem Amtsantritt ein hartes Durchgreifen gegen Korruption auf allen Ebenen angekündigt. Nun wurde erstmals ein Spitzendiplomat suspendiert. Die genauen Gründe sind noch unbekannt.
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PekingWegen eines Ermittlungsverfahrens ist ein ranghoher chinesischer Diplomat vom Dienst suspendiert worden. Wie das Außenministerium in Peking am Freitag in einer kurzen Mitteilung auf seiner Website erklärte, wird Zhang Kunsheng verdächtigt, „gegen die Disziplin verstoßen zu haben“ – in China eine Umschreibung für Korruption. Zhang ist einer von vier Diplomaten im Rang eines Vize-Außenministers, er war bislang zuständig für die Protokollabteilung.

Was Zhang konkret zur Last gelegt wird und welche Behörde die Ermittlungen leitet, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Zhangs Amt als Leiter der Protokollabteilung übernahm den Angaben zufolge vorübergehend Ministeriumssprecher Qin Gang.

Zhang hatte 2012 Schlagzeilen gemacht, als er die US-Kritik an der chinesischen Militärpräsenz im Südchinesischen Meer mit scharfen Worten zurückwies. Damals bestellte er den stellvertretenden Geschäftsträger der US-Botschaft, Robert Wang, ein. Er drängte die USA dazu, ihre „fehlgeleitete Haltung zu korrigieren“ und „die Souveränität und territoriale Integrität Chinas zu respektieren“. Seine Karriere im Außenministerium begann Zhang in den 80er Jahren, sein Aufstieg erfolgte parallel zur Zunahme des wirtschaftlichen und außenpolitischen Gewichts Chinas in der Welt.

Chinas Präsident Xi Jinping hatte zu seinem Amtsantritt ein hartes Durchgreifen gegen Korruption auf allen Ebenen angekündigt und gewarnt, die verbreitete Bestechlichkeit könne die Kommunistische Partei zerstören. Seither sind bereits mehrere ranghohe Politiker ihres Postens enthoben und verurteilt worden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Weil auch und gerade der Präsident auch in China zu seinen Verfolgungen und Anschuldigungen bevor sie öffentlich werden die Zustimmung seiner Politbürokollegen benötigt, kann so eine Säuberung erstens sehr lange dauern - und zweitens auch sehr leicht stecken bleiben oder sich gegen den Initiator richten.

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