China: USA fordern weitere Freigabe des Yuan

China
USA fordern weitere Freigabe des Yuan

Chinas Währung gibt nach der Lockerung des Wechselkurs-Regimes leicht nach – doch die USA fordert weitere Schritte für eine freien Handel mit der Landeswährung. Ein flexibler Wechselkurs soll das Ziel sein.
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Shanghai/FrankfurtDie USA fordern von China weitere Schritte für einen freien Handel mit der Landeswährung Yuan. Finanzminister Jack Lew begrüßte zwar in einem Telefonat mit Chinas Vize-Regierungschef Wang Yang die jüngste Lockerung des engen Korsetts für den Wechselkurs. Zugleich drang er aber darauf, dass China den Yuan-Kurs letztlich dem Markt überlässt. Der Wechselkurs der Währung darf seit Montag täglich um bis zu zwei Prozent steigen oder fallen gegenüber einem jeweils am Morgen festgelegten Referenzkurs. Vor der am Wochenende beschlossenen Lockerung waren lediglich Schwankungen um ein Prozent erlaubt, vor April 2012 sogar nur von 0,5 Prozent.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den USA macht mit der Lockerung zwar einen weiteren Schritt zur Liberalisierung des Finanzmarkts. Der Yuan ist aber weiterhin nicht frei handelbar. Die Vereinigten Staaten kritisieren die Wechselkurssteuerung seit Jahren. Aus Sicht der Regierung in Washington verschafft sich das Reich der Mitte unfaire Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten, indem es den Kurs des Yuan künstlich drückt. Von dieser Politik profitiere insbesondere der Export, so der Vorwurf. Die neue Regierung in Peking will aber unabhängiger von Ausfuhren werden, den Konsum im Land fördern und mit Reformen mehr Marktwirtschaft wagen.

Mit der nun umgesetzten Flexibilisierung soll der Kurs der Währung flexibler auf Veränderungen an den Kapitalmärkten reagieren können. "Für Peking sollte mit diesem Schritt auch die Absicht verbunden sein, dass der Yuan im internationalen Warenhandel mehr Anwendung findet", meint Ökonom Frederik Kunze von der NordLB. Dennoch bleibe der Yuan auch nach der jüngsten Entscheidung "streng reguliert".

Mit den gelockerten Regeln für Devisengeschäfte in China gab die Währung des Landes zu Wochenbeginn nach. Der Dollar verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 6,1781 Yuan. Der Yuan hat seit Jahresbeginn rund zwei Prozent zum Dollar eingebüßt. Analysten sehen die chinesische Notenbank als treibende Kraft hinter der Abwertung. Die PBOC wolle der Markteinschätzung entgegenwirken, dass der Kurs des Yuan nur eine Richtung kenne: nach oben. Mittelfristig werde der Kurs der chinesischen Währung aber sicher wieder anziehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " China: USA fordern weitere Freigabe des Yuan"

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  • Was, wenn die Chinesen dieser Forderung nicht nachkommen?
    Dann wird dort auch das System destabilisiert mit al caida Kaempfern, welche dann chinesische Freiheitskaempfer genannt werden, so wie es seit Jahren zum Standard amerikanischer sog. Aussenpolitik gehoert, juengstens wieder eindrucksvoll demonstriert in der Ukraine mit sog. ukrainischen Freiheitskaempfern! Hier wieder neue Fakten:
    http://tribunal-popular.eu/index.php

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