China verstimmt
Auch Bush trifft den Dalai Lama

Nun kann die chinesische Regierung noch mehr Termine platzen lassen: Nach Kanzlerin Angela Merkel hat auch US-Präsident George W. Bush den Dalai Lama getroffen, das geistliche Oberhaupt der Tibeter. Die Reaktionen aus Peking sind schrill.

HB WASHINGTON/PEKING. Die Begegnung fand in den Privaträumen des Präsidenten im Weißen Haus in Washington und im Vorfeld einer Ehrung für den geistlichen Führer der Tibeter statt. An diesem Mittwoch soll er die Goldmedaille des US-Kongresses erhalten. Sie ist die höchste Auszeichnung des Parlaments für Zivilisten.

Wenige Stunden vor dem Treffen Bushs mit dem Dalai Lama hatte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Liu Jianchao, erklärt, die Begegnung stelle eine schwere Verletzung der grundlegenden Regeln der internationalen Beziehungen dar. Sie verletze „die Gefühle der Chinesen“. China fordere die USA „ausdrücklich dazu auf, den Fehler zu korrigieren, die betreffenden Arrangements abzusagen und sich nicht mehr in die internen Angelegenheiten Chinas einzumischen“, sagte der Sprecher.

Bush hat den Dalai Lama schon drei Mal im Weißen Haus empfangen, zuletzt im November 2005. Das buddhistische Tibet wurde 1951 von chinesischen Truppen besetzt. Nach einem gescheiterten Volksaufstand 1959 floh der Dalai Lama nach Indien.

Wie der Pekinger Außenamtssprecher weiter sagte, hat China ein für diesen Mittwoch in Berlin geplantes ranghohes Beamtentreffen über das iranische Atomprogramm aus „technischen Gründen“ abgesagt. Im vergangenen Monat hatte China aus Verärgerung über den Empfang des Dalai Lama durch Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Gesprächsrunde mit deutschen Diplomaten über Menschenrechte abgesagt. Sie war für Dezember geplant.

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