China
Wirtschaft nimmt Fahrt auf

Es geht wieder aufwärts in China: Neue Daten, wie etwa der Einkaufsmanagerindex des Landes, deuten darauf hin, dass das Wachstum nach dem schwächeren dritten Quartal wieder anzieht. Doch das erfreulich hohe Wachstum hat seinen Preis - auch die Inflation steigt mit an.
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PEKING. Die chinesische Wirtschaft scheint nach einer Konjunkturabschwächung im dritten Quartal bereits wieder schneller zu wachsen. Darauf deutet der offizielle Einkaufsmanagerindex des Landes hin, der um einen knappen Prozentpunkt auf ein neues Nachkrisenhoch stieg. „Vor allem der Auftragseingang legte zu, was sichtbares Zeichen für eine neuerliche Beschleunigung der chinesischen Wirtschaft nach der vorübergehenden Abbremsung ist“, schreiben die Ökonomen der Credit Suisse. Einem Indikator der Großbank HSBC zufolge legte auch die Industrieproduktion in den vergangenen Wochen kräftig zu.

Während Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr um mehr als zehn Prozent zugelegt hatte, fiel das Wachstum von Juli bis September auf 9,6 Prozent zurück. Angesicht der aktuellen Konjunkturdaten erwarten Ökonomen für das Gesamtjahr nun aber einen Wert von klar über zehn Prozent. Doch das traumhaft hohe Wachstum hat seinen Preis: „Die Inflation steigt derzeit ebenfalls an“, warnt Helen Qiao von Goldman Sachs in Hongkong. „Wir sind davon überzeugt, dass sowohl das Wachstum als auch die Inflation von der expansiven Geldpolitik in China getrieben wird.“ Aus Umfragen gehe hervor, dass das Kreditwachstum weiterhin sehr hoch liege – eindeutig eine Maßnahme der Regierung, um die Konjunktur zu stützen.

Auch der Aktienmarkt reagierte deutlich auf die gute Zahlen. Der maßgebliche Börsenindex Shanghai Composite legte 1,85 Prozent zu. „Die starken Daten legen nahe, dass der Wachstumsrückgang wieder endet“, sagte Analyst Stephen Halmarick von Colonial First State Global Asset Management in Sydney. In der Quartalssaison hat bereits eine lange Reihe von Unternehmen starke Gewinne präsentiert. Angesichts dieser geballten Anzeichen für einen Boom erwarten Experten, dass Peking in den kommenden Monaten den Geldhahn wieder etwas zudreht. „Wahrscheinlich wird eine straffere Geldpolitik nötig“, sagte Goldman-Ökonomin Qiao.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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