China
Zurückhaltung im Streit um Ostchinesisches Meer

China kann auch anders: Nach wochenlangem Streit um die Kontrolle über das ostchinesische Meer schlägt Peking neue Töne an. Doch dafür bekommt der alte Rivale im Osten wieder eine verbale Breitseite ab.
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PekingIm Streit um die Luftkontrolle über das ostchinesische Meer hat sich die Führung in Peking nach den schweren Vorwürfen gegen Japan gegenüber Südkorea versöhnlicher gezeigt. „China und Südkorea haben keine Territorialkonflikte um das Gebiet“, sagte der Sprecher von Chinas Außenministerium, Hong Lei, am Montag in Peking. Südkorea hatte kurz zuvor seine Zone zur Luftraumüberwachung ausgeweitet. Damit überlappen sich die Einflusszonen von China und Südkorea. Seoul habe Peking aber vorab informiert, sagte der Sprecher in Peking.

Der außenpolitische Experte Shi Yinhong von der Volksuniversität in Peking warnte trotz der zurückhaltenden Aussage aus dem Außenministerium vor einer Eskalation in dem Konflikt. „Das kann in einen strategischen Wettkampf ausarten“, sagte der Professor der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Chinas Zone sei gegen Japan, aber niemals gegen Südkorea gerichtet gewesen. Das Misstrauen gegenüber Seoul werde nun aber wachsen, prognostizierte der Politologe.

Seoul hatte Peking mehrfach zu Anpassungen der neuen Überwachungszone aufgerufen, die eine von den Koreanern Ieodo genannte Felsformation einschließt. Über dem Riff hatte Südkorea eine Forschungsplattform verankert. Auch Ieodo liegt künftig in der eigenen Überwachungszone.

China hatte die „Identifikationszone zur Luftverteidigung“ (ADIZ) am 23. November in dem mit Japan strittigen Meeresgebiet ausgerufen. China verlangt, dass sich ausländische Flugzeuge in der Zone anmelden, identifizieren und den Anweisungen seiner Luftwaffe folgen. Die Lage in dem Gebiet ist angespannt, weil sowohl Japan als auch China Ansprüche auf eine Inselgruppe erheben, die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannt wird und praktisch unter japanischer Verwaltung steht.

Gegen Japan teilte Ministeriumssprecher Hong Lei am Montag wieder aus. „Kräfte in Japan missbrauchen die Entwicklungen für Attacken auf China“, sagte Hong. Entgegen der Behauptungen Tokios heize Peking den Konflikt nicht weiter an. Ganz im Gegenteil sei Japan für eine weitere Eskalation der Streitigkeiten verantwortlich.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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