Handelsblatt-Leserreise nach China, Tag 1
Kunst und Kapital – der Postmaoist fährt Tesla

Skyline aus Rinderhaut, gepresste Bücher, stilisierte Schaltpläne: Die Werke des chinesischen Künstlers Liu Wei sind gefragt. Sein Schaffen steht für den Wandel auf Chinas Kunstmarkt – der weltweit umsatzstärkste.
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Vom 10. bis 18. Mai besucht eine Wirtschaftsdelegation des Handelsblatts die Metropolen Peking, Schanghai und Hunan. Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs wird gemeinsam mit Lesern Politiker, Manager und Unternehmer treffen. Hier seine erste Kolumne.

Was Rubens oder Andy Warhol konnte, kann Liu Wei auch. Er ist einer der bekanntesten chinesischen Künstler, ist auf Ausstellungen auch in Deutschland präsent, und hat am Rande Pekings seine eigene Factory. Dreißig Frauen malen für ihn Bilder aus, die sich der Meister am Computer erdacht hat. Komplizierte Designs, die aussehen wie elektronische Schaltpläne oder stilisierte Stadtpläne. Die Stechkarten seiner Vollstreckerinnen stecken in der Halterung an der Wand. Die Helferinnen sind in der Kantine, als der Besuch aus Deutschland kommt.

Rund 150 000 US-Dollar kostet ein solches, im Kollektiv entstandenes, großformatiges Liu Wei-Bild aus der Atelieranlage im Künstlerviertel Hei Qiao (Schwarze Brücke). Der Erfolg solcher Kreativer weist auf die ganze staatskapitalistische Stärke der Volksrepublik: Sie ist auch im Kunstmarkt dort angekommen, wo die USA, Großbritannien oder Deutschland sind.

Es gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage, Überhitzungstendenzen inklusive. Bei der Kunst malt der Hype mit, und in weiser Voraussicht hat die chinesische Regierung vor einigen Jahren Auktionen gefördert – und die treiben nun die Preise. Der Anbieter Polyauctions ist Marktmacher. Inzwischen hat China die USA als Land mit dem größten Kunstumsatz überholt. Die Aufsteigergeneration, die Sieger der sozialistischen Marktwirtschaft, zeigen ihren Erfolg. Kunst ist auch in China Kapital. 

Stars des Gewerbes wie Liu Wei arbeiten nicht mehr im Szeneviertel 798, einem alten Industrie-Areal, das heute eine Ansammlung schicker Galerien und Restaurants ist. Die Mieten sind inzwischen viel zu hoch für große Ateliers und Studios. Die übliche Metropolengeschichte. Im neuen Künstlerviertel Schwarze Brücke ist das anders: Ein Star nach dem anderen zog hierher um. Der Bürgermeister plante erst einen Blumenmarkt, inzwischen hat sogar ein koreanischer Investor einiges Geld in Atelierfläche investiert.

Liu Wei, Jahrgang 1972, gehört zur Szene der Postmaoisten. Ein schwarzer Tesla S steht vor seinem Büro, er fährt ihn, weil keine Steuern anfallen, sagt er. Regierung und Stadtverwaltung tun alles, um E-Mobilität zu fördern in einer vom Smog gezeichneten, und dennoch unendlich lebensfrohen Stadt.
Liu Wei sagt, deutsche Künstler wie Richter hatten ihn wesentlich beeinflusst. Er wolle auch die soziale Dynamik, den Wandel der Wirtschaft in seinen Werken einfangen. Ein Ringen mit sich selbst, dessen Ausgang er weniger kennt als den zu erzielenden Marktpreis.

Wie ein Schöpfer, Dirigent, Aufseher wacht der Kunstbetriebsleiter darüber, was in den Hallen auf seinem Gelände im Norden Pekings geschieht, dort, wo gleich das Land beginnt. Gefällt ihm etwas nicht, wird adjustiert, wie er das nennt. In einem Raum hängen zwei großformatige Gemälde für die Art Basel. Die Bilder des Liu Wei zieren bereits jetzt große Sammlungen. Die größte Schau aber sind Skulpturen, die er aus zusammengepressten Büchern fertigen lässt, sogenannte book sculptures. Ganze Stadtbilder entstehen so, das von Tokio zum Beispiel. Liu Wei bildet auch Skylines mit Kompositionen aus Rinderhaut nach – gigantische Mahnmale des Fortschritts.

Hans-Jürgen Jakobs Quelle: dpa
Hans-Jürgen Jakobs
Handelsblatt / Senior Editor

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  • "Kanzlerin ... Befehlsempfänger der USA" "Merkel-Putin-Pakt"

    Wie erklären Sie sich denn in ihrem Weltbild diesen "Ungehorsam" - Merkel, normalerweise so willfährig ob der bei den USA befindlichen Stasi-Akten, so doch ihre Lesart. Hat Merkel sichere Informationen, dass den USA diese abhandengekommen sind? Zeigt Sie jetzt ihr wahres Gesicht? Was steht uns jetzt noch alles bevor? Was sollen wir tun? Sind wir jetzt in Gefahr?
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    Mir ist unverständlich, wie Sie bei dem, wie die Bundeskanzlerin agiert, auf solche "Gehorsams"-Einschätzungen kommen. Vielleicht löst ja meine kleine Satire den Knoten.

  • Wem kann dieses Säbelrasseln der USA schon gefallen ??
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    Wohl niemandem, aber - wir sollten nicht vergessen Huhn und Ei zu nennen. Ursache waren eindeutig die ständigen Provokationen durch die NATO und speziell die Amis.
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    Dass sich Russen und China eng verbündet haben war zu erwarten und ist eindeutig Schuld der USA und ihrer irren Verbündeten in Europa. Wieder einmal eine Glanzleistung US - Amerikanischer Außen - und Sicherheitspolitik.
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    Im Prinzip könnten die Amis so dämlich sein wie sie wollen, wenn sie nicht immer die halbe Welt mit sich reissen würden. Der alte Spruch: "Dummheit und Stolz(Arroganz), wachsen auf einem Holz". Passt auf die Amis wie maßgeschneidert.

  • Ukraine – Krim – Russland: Was sagt das Völkerrecht?

    http://www.wissensmanufaktur.net/krim-zeitfragen

    von Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider (Völkerrechtler)

    Kurzfassung:
    Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren.

    Die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim war verhältnismäßig und kein Verstoß gegen das Völkerrecht.

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