Chinas Außenhandel
Der Drache taumelt

Für die Volksrepublik läuft es nicht rund auf den Weltmärkten. Die Ausfuhren steigen nur leicht, die Importe brechen um mehr als 15 Prozent ein. Wenigstens an den Börsen hellt sich die Stimmung auf.
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PekingDie größte Handelsnation der Welt verliert an Fahrt. Chinas Außenhandel ist seit Jahresanfang deutlich um 6,9 Prozent zurückgegangen. Die Exporte stiegen leicht um 0,9 Prozent, während die Importe um 15,5 Prozent absackten, wie die Zollverwaltung am Montag in Peking mitteilte. Die Situation sei vor dem Hintergrund der schleppenden Weltwirtschaft „düster und kompliziert“.

Ein Hoffnungsschimmer für die chinesische Wirtschaft sind allerdings die Zahlen für den Juni: Die Exporte stiegen im vergangenen Monat um 2,1 Prozent und damit stärker als es Analysten erwartet hatten. Die Importe waren zwar mit einem Minus von 6,7 Prozent erneut rückläufig. Experten hatten jedoch mit einem noch größeren Einbruch gerechnet.

Mit Spannung werden nun die Halbjahreszahlen für das Wirtschaftswachstum erwartet, die am Mittwoch vorgelegt werden sollen. Die Regierung in Peking hat für dieses Jahr ein Wachstumsziel von etwa sieben Prozent ausgegeben, nachdem das Land vergangenes Jahr mit einem BIP-Zuwachs von 7,4 Prozent so langsam wie seit 24 Jahren nicht mehr gewachsen war. Im ersten Quartal 2015 hatte das Wachstum bei genau sieben Prozent gelegen.

An den Börsen des Landes hellte sich die Stimmung derweil weiter auf. In Shanghai ging es am Montag um mehr als zwei Prozent nach oben. Der Composite-Index liegt damit wieder rund 18 Prozent über dem in der vergangenen Woche erreichten Zwischentief. Der Component-Index in Shenzhen legte am Montag sogar um fast fünf Prozent zu.

Mit den Zahlen vom Außenhandel oder anderen Konjunkturdaten hat der Aufschwung an den Börsen jedoch kaum etwas zu tun. Vielmehr zeigt das radikale Eingreifen der chinesischen Behörden weiter Wirkung. Die Regierung hatte vergangene Woche eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Rutsch am Aktienmarkt zu stoppen. Zuvor waren die Börsen des Landes innerhalb von drei Wochen rund ein Drittel eingebrochen. Bis zu 3,9 Billionen Dollar Marktwert wurde bei dem Crash vernichtet.

Die jüngsten Kursgewinne sind nach Ansicht von Analysten jedoch mit Vorsicht zu genießen. Wegen der Turbulenzen sind noch immer rund ein Drittel der Aktien an Chinas Börsen vom Handel ausgesetzt. Somit ergibt sich ein verzerrtes Bild der Märkte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nie in der Geschichte hat es ein kommunistisch regiertes Land gegeben, welches dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg erzielen konnte.
    Das ist auch im Falle China trotz aller Anpassungsmühen kaum anders.

    Kapitalismus, der funktionieren soll, kann längere Zeit nicht unter autoritärem Regime existieren.
    Das kann nur schief gehen, wie jeder Ökonom wissen kann, sollte er sich selbst gegenüber ehrlich sein, was leider recht oft nicht der Fall ist, denn die wirtschaftliche Existenz muß auch dort irgendwie gesichert werden.

  • Und morgen werden die Einzelhandelsumsätze in den USA veröffentlicht.

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