Chinas Chance
Putin findet Freunde in Fernost

Mit den westlichen Ländern hat es sich Wladimir Putin verscherzt – umso mehr umgarnt der Kremlchef seine Freunde in Asien. Er will Russland wirtschaftlich unabhängiger von der EU machen – der große Gewinner: China.
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ShanghaiNachdem Wladimir Putin es sich vorerst mit den westlichen Ländern verscherzt hat, setzt er umso mehr auf seine Freunde in Fernost. „Die chinesisch-russische Kooperation ist ein wichtiger Faktor für weltweite Stabilität geworden“, sagte der russische Präsident in Shanghai, wo er am Dienstag mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping zusammengetroffen ist.

Die beiden Länder haben am Dienstag auch eine Vereinbarung über Öl- und Gaslieferungen abgeschlossen, die Russland von der EU als Kunden unabhängiger machen könnten. Der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge konnten sich beide Seiten jedoch noch nicht abschließend auf den Preis einigen. Eines ist jedoch sicher: In den vergangenen Wochen ist Putins Bereitschaft gewachsen, hier Zugeständnisse zu machen.

Die Ukraine-Krise hat das Verhältnis von China zu Russland insgesamt in Bewegung gebracht. Putin besinnt sich bei der Suche nach Verbündeten verstärkt auf China. Beide Länder sehen sich als Gegengewichte zur weltpolitischen Vormachtstellung der USA. Der russische Präsident macht sich darüber hinaus Hoffnung, dass das autoritär regierten Land in Fernost seine Politik gegenüber der Ukraine unterstützen könnte.

Vor Ausbruch der Krise hatte Xi noch große Sympathie für eine verstärkte Kooperation mit dem Nachbarland gezeigt. Bisher hat es Xi jedoch vermieden, Stellung zu beziehen. „China hat genug eigene Probleme und will sich nicht in weitere Konflikte hineinziehen lassen“, sagt Politologe Wang Yiwei von der Renmin-Universität in Peking. Das Hauptinteresse gelte wirtschaftlicher Stabilität bei den Handelspartnern.

Daher ist es bisher vor allem Russland, das sich bewegt, während die chinesische Position im Wesentlichen gleich bleibt. Das zeigt sich augenfällig an den Abkommen zur Lieferung von Gas und Öl. „Die russische Seite steht unter Druck, alternative Abnehmer zu finden“, sagt Wang. Daher sei Putin erstmals bereit, chinesischen Forderungen nach Rabatten und langfristigen Fixpreisen entgegenzukommen. Bisher hatte Moskau darauf bestanden, den Weltmarktpreis zu berechnen.

Ein großes Gasgeschäft zwischen China und Russland ist seit einem runden Jahrzehnt in Vorbereitung. Bisher war ein Abschluss am Geschacher der beiden Nachbarländer über den Preis gescheitert. Jetzt scheint es zumindest etwas vorwärts zu gehen. Der Energiekonzern Gazprom hat bereits signalisiert, an den Nachbarn im Südosten 38 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr liefern zu können. Das würde einen Großteil des chinesischen Bedarfs decken.

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  • Dann ist ja gut, aber nicht in Ungnade fallen. Sie wissen ja was mit Khodorkovsky passiert ist.

  • Merkel ist politisch getrieben. Die initiatoren des EEg und des Atomausstiegs wie Trittin sind lupenreine Sozialisten.Tja, die Russen haben in der DDR gut Arbeit geleistet. Wenn Deutschland sich den Russen zuwendet, dann wird Deutschland der Fusabtreter sein. Mit PAnzern die Demonstratnen niederwalzen und Russen die bei den Autoherstellern anrufen was gebaut werden soll. So wie in 50 Jahren DDR schonmal. Aber wird schön anzusehen sein wie Deutschland sich in der Schuhabtreter rolle fühlt. Aber kommt dann bitte nicht auf die Idee wieder die Mauer einzureissen.

  • Nei ich wünsche Ihnen doch nicht den Tod. Nur 2 Jahre Arbeitslager wegen unterwanderung der sozialen Ordnung. Pussy Riot Style.
    Da haben Sie auch Ihre Vielfalt.

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