"Chinas Image ist besudelt durch Menschenrechtsverletzungen"
Dalai Lama sieht Tibet als Teil Chinas

Vor 46 Jahren wehrten sich die Tibeter gegen die Bevormundung durch die Volksrepublik China. Am Donnerstag stellte der Dalai Lama klar, dass sein Volk keine Unabhängigkeit anstrebe - er forderte aber mehr Autonomie innerhalb Chinas.

HB DÜSSELDORF. Der Dalai Lama China betonte, die Tibeter hätten sich dem „mittleren Weg“ verschrieben und seien gewillt, Teil der Volksrepublik zu bleiben. „Ich bin überzeugt, dass ein solcher Ansatz den Tibetern auf lange Sicht materiellen Fortschritt bringen wird.“, sagte das religiöse und weltliche Oberhaupt der Tibeter in seinem Exil im nordindischen Dharamsala.

Der Friedensnobelpreisträger forderte aber mehr Autonomie. Es gebe immer noch Kritik an China „wegen des Fehlens von Menschenrechten, Religionsfreiheit und Selbstbestimmung in Tibet“, teilte der Dalai Lama mit. Er freue sich über die wieder aufgenommenen Kontakte zur chinesischen Führung.

China rief er dazu auf, eine „Politik der Vernunft“ zu betreiben. Das Land sei zu einem der globalen Hauptakteure geworden. „Chinas Image jedoch ist besudelt durch Menschenrechtsverletzungen, undemokratische Aktionen, mangelnde Rechtssicherheit und die ungleiche Umsetzung der Rechte von Minderheiten, darunter der Tibeter.“

Der Dalai Lama will im Sommer nach Deutschland reisen. In Wiesbaden will er persönlich den hessischen Friedenspreis entgegen nehmen. Nach dem von China blutig niedergeschlagenen Volksaufstand war der Dalai Lama 1959 nach Indien geflohen. Er lebt dort seitdem im Exil. 1989 war er trotz heftiger Proteste Chinas mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

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