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Chinas neue Führung: Der Gelassene und der Ökonom

Die beiden Männer, die China in die Zukunft führen, ergänzen sich bestens: Xi führt, Li lenkt. Doch der Druck, der auf ihnen lastet, ist groß: Scheitert das Duo, so heißt es, dann scheitert der chinesische Kommunismus.

PekingAuf seiner ersten Pressekonferenz als Parteichef strahlt Xi Jinping am Donnerstagmittag vor allem eines aus: selbstbewusste Gelassenheit. Er schaute freundlich und würdevoll – und wirkte fast schon etwas zu entspannt, als er eine patriotisch gefärbte Rede eher monoton und unbewegt vom Blatt ablas.

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Seine entspannte Haltung ergibt sich einerseits aus der Persönlichkeit, andererseits aus dem Hintergrund Xis. Er ist der Sohn eines prominenten Kommunisten. Sein Vater war hochdekorierter General der Volksbefreiungsarmee im Kampf gegen die Japaner und gegen das bürgerliche Lager. Später diente er dem neuen Staat in zahlreichen Spitzenämtern, unter anderem als Vizepremier. Xi bewegt sich mit Selbstverständlichkeit in den Korridoren der Macht.

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So wie ein Superheld im Comic hat der staatstragende Xi jedoch ein Gehilfen an seiner Seite, der die eigentlich harte Arbeit leisten soll. Als zweitwichtigste Persönlichkeit trat am Donnerstag deshalb der trockene Funktionär Li Keqiang direkt hinter Xi vor die Presse. Er ist nun stellvertretender Parteichef. Während Xi das Staatsoberhaupt wird, fällt Li die Rolle des Regierungschefs zu. Li wird also im Alltag die Wirtschaftspolitik kontrollieren.

Sie führen China in die Zukunft: Xi Jinping (l.) und Li Keqiang. Quelle: dapd
Sie führen China in die Zukunft: Xi Jinping (l.) und Li Keqiang. Quelle: dapd

„Während Xi eher das große Ganze sieht, ist Li ein Wirtschaftsfachmann – und ein besonders intelligenter dazu“, urteilt Ökonom Yuan Gangming von der Chinese Academy of Social Sciences (Cass). Xi verhalte sich bodenständig und bringe Ruhe und Struktur in Meetings. Li dagegen sei ein Fachmann, der auch komplexe Zusammenhänge durchschaue. Gemeinsamen seien sie ein gutes Team, um mit der schwierigen innenpolitischen und internationalen Lage zurechtzukommen.

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Sein Hintergrund aus der Parteielite nütze Xi, sagt Ökonom Yuan. Er sei bestens vernetzt und besitze auch der Armee gegenüber höchste Glaubwürdigkeit.

Doch Xi ist nicht nach oben gefallen, er hat sich auch aus eigener Kraft hochgearbeitet. Diktator Mao Zedong hat Mitte der 60er-Jahre die chinesische Gesellschaft komplett aus den Angeln gehoben. Während der „Proletarischen Kulturrevolution“ mussten unter anderem alle Jugendlichen aus der Stadt auf den Bauernkommunen mitarbeiten. Den 15-jährigen Xi verschlug es an einen besonders abgelegenen Flecken, wo er ohne Heizung in einer Höhle auf Hanfsäcken schlafen musste.

  • 15.11.2012, 13:42 Uhrmon_y.burns@dynip.name

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 15.11.2012, 13:09 Uhrhallowach


    Ist doch völlig Wurst wer dort anschafft. Alle Kader sind super korrupt und skrupellos.
    Menschrechte, was ist das???
    Umweltverschmutzung, kennen wir nicht?
    Selbst der letzte parteichef ist jetzt Multimillionär, zumindest seine Frau, oh Zufall.

    Warum diese Chinesen noch diesen Kommunismus Zirkus abziehen ist mir nicht klar, das sind fast so schlimme Kapitalisten wie die Chicago Boys.

  • 15.11.2012, 11:24 UhrRumpelstilzchen

    Das war der Handelsblatt Redaktion also unangenehm, dass ich die Verhältnisse in China als "Manchester-Kapitalismus" bezeichnet habe? Ds ist nicht unsachlich, sondern meine Meinung!

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